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Kommentar

Startups in der Landwirtschaft: Einfach mal machen lassen

Vienna Gerstenkorn im Portrait
Vienna Gerstenkorn, LAND & Forst
am
23.03.2017

Burger, Süßkartoffeln, Algen: Man kann sie alle essen. Sie kommen von Menschen, die sich für neue Ideen begeistern und sogar ein Startup-Unternehmen damit gründen.

Die Jungs mit ihrem Startup-Unternehmen Burger-Box zieren das Titelbild der aktuellen LAND & Forst Ausgabe 12. Sie sind Feuer und Flamme, für Fleisch und für ihr junges Unternehmen. Im Ernst?, wurde in der Redaktionskonferenz gefragt. Wir verkaufen Essen, das in einem Wagen gegrillt wird, als junge, hippe Idee? Schon mal was von einer Pommesbude gehört?

Startups gehen Risiko ein und werden belohnt

Das schon. Doch die Menschen hinter der Burger-Box haben etwas gewagt, gingen ein Risiko ein und wurden damit belohnt, dass die Kunden ihr Produkt lieben. Diesen Geist, mit den eigenen Ideen etwas zu bewirken, konnten wir auch bei den Göttinger Studenten beobachten, die am Modul Agrarjournalismus teilgenommen und eine Praxiswoche bei der LAND & Forst absolviert haben.

In der ersten Runde vor zwei Jahren servierten wir noch jedem Teilnehmer einzeln sein Thema auf dem Silbertablett: Schwein, Kuh, Pflanze. Diesmal sollten kleine Teams eigene Themenvorschläge einreichen.

Mit dem Auftakt prasselten die Vorschläge nur so auf uns ein: Es geht um Landwirte, die ihre Milch zapffrisch in einem Supermarkt anbieten, einen Meisterschüler, der die Schweinehaltung auf dem elterlichen Hof auf Bio umgestellt hat. Es geht um Ackerbauern, die sich im Anbau der Süßkartoffel versuchen.

Landwirte erobern mit Startups Nischen

In fast allen Geschichten suchen Landwirte ihre Nische und den direkten Kontakt zum Verbraucher. Daraus lässt sich zwar kein Trend ableiten. Aber die Ergebnisse überzeugten uns, das „Thema der Woche“ der LAND & Forst 12 Unternehmensgründern zu widmen.

Neben den Burger-Jungs sind da die Gründerinnen, die Algen vom elterlichen Hof in Vechta als „Superfood“ auf den Markt bringen. Da ist Professorin Karin Schnitker, die mit gründungswilligen Agrarstudenten arbeitet und Betriebsleitern rät, einfach mal einen halben Hektar für Aroniabeeren zur Verfügung zu stellen. Man muss dem Nachwuchs ja gar nicht gleich das ganze Feld überlassen.

Wir jedenfalls wurden dafür belohnt, dass wir den Studenten ein paar eigene Seiten zum „Beackern“ überlassen haben. Druckfähige Beiträge konnten entstehen, weil ihnen erfahrene Redakteure zur Seite standen, die Ideen in Bahnen lenkten und ihre Kontakte einbrachten.

Junge Wilde und alte Hasen bringen Unternehmen voran

Vom Austausch zwischen „jungen Wilden“, die etwas verändern wollen, und „alten Hasen“, die ihr Handwerk verstehen, kann jedes Unternehmen profitieren. Sobald man sie machen lässt, merken Erstere, wie viel Arbeit hinter manchen Dingen steckt.

Je größer die Begeisterung für eine Idee, desto weniger wird sie das aber stören – und desto gründlicher werden sie die alten Hasen mit ihrer Begeisterung für das Neue anstecken.

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