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Landwirtschaftskammer

Unternehmertag 2016: Als Landwirt von morgen mutig, kreativ und flexibel

Landwirt mit Milchvieh am Futtertisch
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
21.10.2016

Oldenburg - Der Landwirt von morgen sollte mutig, kreativ und flexibel sein. Dazu diskutierten gestern rund 1.000 Gäste auf dem LWK-Unternehmertag.

Schwierige Jahre und veränderte politische Rahmenbedingungen: Die Landwirte in Niedersachsen suchen nach neuen Wegen für eine familiäre und betriebliche Zukunft. Darum ging es gestern auf dem 17. Unternehmertag der Landwirtschaftskammer in den Oldenburger Weser-Ems-Hallen. "Die niedersächsische Landwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, der sich zugleich seiner Tradition bewusst ist und die besten Voraussetzungen hat, um die Herausforderungen tatkräftig anzugehen", sagte Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen, vor rund 1.000 Gästen.

Krisenzeiten sind Unternehmerzeiten – und sie sind klärende Zeiten. Daher wurde auf dem Unternehmertag die Zukunft der Landwirtschaft in Niedersachsen aus Sicht der Politik, der Wissenschaft und der Praxis diskutiert.

Vergangene Jahre als harte Prüfung für die Branche

Die vergangenen Jahre waren aus Schwetjes Sicht eine harte Prüfung für die Branche: Problematisch sei das allgemein sehr niedrige Niveau der tierischen und pflanzlichen Erzeugerpreise, der weiter zunehmende Druck aus der Gesellschaft und die immensen rechtlichen Anforderungen. Dazu komme die paradoxe Situation auf dem Lebensmittelmarkt: „So billig wie nur möglich sollen Lebensmittel sein, und das in Verbindung mit allerhöchsten Qualitätsansprüchen.“

In den landwirtschaftlichen Betrieben gehöre daher auch das Streben nach Kostenführerschaft bei Standardprodukten auf den Prüfstand. Dies erfordere eine engere Abstimmung und Organisation innerhalb einer Wertschöpfungskette.

Rukwied: Stillstand ist für Tierhalter ein Fremdwort

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Joachim Rukwied betonte: "Die bäuerlichen Unternehmer investieren auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – Stillstand ist für die Tierhalter ein Fremdwort." Die Tierhaltung bleibe auch in Zukunft ein unverzichtbarer Bestandteil der Landwirtschaft. Sie sei nicht nur wirtschaftliches Rückgrat, sondern erfordere auch besonderes Verantwortungsbewusstsein.

Die Bauernfamilien seien sich dieser Verantwortung bewusst und hätten daher ihre Haltungen ständig in Richtung noch tierartgerechterer Systeme weiterentwickelt. So dominierten heute in der Milchviehhaltung Lauf- und Offenställe. Dank der Möglichkeiten der Digitalisierung würden die Haltungsbedingungen und das Wohlbefinden der Nutztiere spürbar und dauerhaft verbessert.

Kreative Lösungen sind gefragt

Derzeit geben zwar eine Reihe landwirtschaftlicher Betriebe auf, aber es stehen zugleich gut ausgebildete Jungbäuerinnen und Jungbauern für eine Karriere in der Landwirtschaft in den Startlöchern. "Wir werden mehr denn je gefordert sein, Initiative zu zeigen und Wagnisse einzugehen, flexibel zu reagieren und kreative Lösungen für neue Herausforderungen zu finden", schilderte die künftige Milchviehhalterin Taalkea Bremer aus Schiffdorf-Wehdel (Kreis Cuxhaven).

Stärken kennen, ausbauen und verfestigen

Es komme darauf an, bestens ausgebildet zu sein und herauszufinden, wie es möglich sei, einen Betrieb bei den sich ständig ändernden politischen Rahmenbedingungen und länger andauernden Preiskrisen effizient und wirtschaftlich zu managen, ergänzte Thies Winkelmann. Der 27-Jährige übernahm vergangenes Jahr in Cuxhaven den großelterlichen Betrieb und will in die Schweinemast investieren.

Winkelmanns Credo lautet: "Seine Stärken kennen, ausbauen und verfestigen, um die Chancen zu nutzen, die einem geboten werden." Dabei helfe ihm die kollegiale Beratung im Arbeitskreis Unternehmensführung der LWK Niedersachsen als Vernetzung mit den Besten in der Branche sehr.

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