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Geflügelhaltung

Vogelgrippe: Stallpflicht im Emsland und in der Grafschaft Bentheim

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Anke Fritz, agrarheute
am
10.11.2016

Nach dem Fund von Vogelgrippe-Erregern an Wildvögeln gilt in einigen Bundesländern bzw. Regionen die Stallpflicht, so auch im Emsland und in der Grafschaft Bentheim.

Eine gefährliche Variante der Vogelgrippe breitet sich in Deutschland und anderen europäischen Ländern aus. Bisher sind vor allem Regionen im Norden Deutschlands und in Baden-Württemberg von der Vogelgrippe betroffen.  Nach Schleswig-Holstein wurden auch aus der Region Bodensee in Baden-Württemberg, der Schweiz und Österreich tote Wildvögel gemeldet. Dort sei ebenfalls der Erreger vom Typ H5N8 nachgewiesen worden, teilte das baden-württembergische Agrarministerium am Mittwoch mit.

Stallpflicht im Emsland und der Grafschaft Bentheim

Im Emsland und der Grafschaft Bentheim gilt ab sofort Stallpflicht. Bis Ende Januar dürfen Hühner, Enten, Truthähne, Gänse und andere gefiederte Nutztiere nicht ins Freie, teilten beide Landkreise am Donnerstag mit. Eine Verbreitung des Erregers durch Wildvögel sei wahrscheinlich, daher sei die Stallpflicht die einzig geeignete Maßnahme, sagte Landrat Reinhard Winter im Emsland.

Sowohl der Landkreis Emsland als auch die Grafschaft Bentheim sind Rastgebiete für wildlebende Wat- und Wasservögel. Gleichzeitig gibt es dort viele Geflügelbetriebe. Im Emsland werden nach Angaben des Landkreises 35 Millionen Stück Geflügel gehalten, in der Grafschaft Bentheim sind es 9,4 Millionen.

Stallpflicht in Schleswig Holstein

Bereits seit Dienstag gilt in Schleswig Holstein ein Aufstallungsgebot sämtliches Geflügel. Im Kreis Plön sind an mindestens acht Seen infizierte Seevögel entdeckt worden. Weitere Verdachtsfälle an anderen Orten wurden geprüft. Bisher wurden in Schleswig-Holstein etwa 240 tote Wildvögel gefunden, von denen sich die meisten mit dem H5N8-Erreger angesteckt hatten.

Stallpflicht in Mecklenburg Vorpommern

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt informierte heute im Rahmen einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage in Mecklenburg-Vorpommern vor dem Hintergrund der Geflügelpest. Minister Dr. Till Backhaus ruft alle Geflügelhalter dazu auf bis Sonntag eine landesweite Aufstallung vorzunehmen. "Ab Montag werden wir verstärkt kontrollieren, ob dieses umgesetzt wurde.“, betonte Backhaus. Um den Fundort des Wildvogels auf der Halbinsel Riems wird außerdem ein Sperrbezirk mit einem Radius von 3 km und ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von 10 km eingerichtet.

Stallpflicht am Bodensee

Auch am Bodensee hatte sich der Verdacht bestätigt. Der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk leitet erste Schritte ein. In einem Uferstreifen von 1.000 Metern Breite sollen am Bodensee Geflügelbestände ‚aufgestallt‘ werden. In diesem Schutzstreifen gelten zusätzlich besondere Biosicherheitsmaßnahmen.  Besondere Biosicherheitsmaßnahmen werden vorsorglich auch entlang des gesamten baden-württembergischen Rheinufers auf 500 Meter Breite angeordnet.

Mit Material von dpa
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