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Betriebsführung

Das Wachstum kennt kaum Grenzen

von , am
30.04.2013

Die Zahl an Rindern und Kälbern in Deutschland liegt seit zwei Jahren nahezu unverändert bei 12,5 Mio. Mehr Daten und Fakten zum Bestand an Milchvieh, Bullen und Kälbern erfahren Sie hier.

Bei den Milchkühen wachsen in erster Linie größere Betriebe. © Ahlers

Die Milchkuhherden verharren seit November 2007 (Beginn der Zählung aus der HIT-Datenbank) bei etwa 4,2 Mio. In den vergangenen drei Jahren kam es zu einer minimalen Aufstockung um 21.000 Tiere bzw. 0,5 %. Diese Entwicklung ist in West- und Ostdeutschland ähnlich. Auch der Bestand an Färsen ist nur um 0,6 % gesunken.

Färsen werden zunehmend frühzeitig in den Kuhbestand aufgenommen, so dass der Bestand an über zwei Jahre alten Färsen abnimmt.

Weniger Mutterkühe

Der Mutterkuhbestand sank innerhalb des vergangenen Jahres um 1,7 % (12.000 Tiere); erstmals ist der Rückgang in den westlichen Bundesländern geringer (-1,6 %) als in den östlichen (-1,8 %). Die Entwicklung des Kälberbestandes (Tiere bis acht Monate) folgt zwar dem Kuhbestand, kann jedoch aufgrund der Exportmöglichkeiten und der Optionen in der Kälbermast bzw. Aufzucht abweichen.

Aktuell wurden 2,67 Mio. Kälber gezählt, das sind 0,4 % bzw. 17.000 mehr als im Nov. 2011; die Entwicklung entspricht also derjenigen des Kuhbestandes.
Der Bestand an Jungrindern (Tiere > 8 bis 12 Monate) stieg um 1,3 % bzw. 15 000 Tiere. Der Jungbullenbestand ist zwischen November 2011 und 2012 mit  0,4 % nahezu kon-stant geblieben.

Bei einem Vergleich zwischen November 2007 und 2012 stechen folgende Veränderungen hervor: Der Gesamtrinderbestand ist um 4 % gesunken. Verantwortlich ist der nahezu stagnierende Milchkuhbestand. Nutz- und Zuchtfärsen von ein bis zwei Jahren nahmen um nur 2 % ab, ältere Färsen jedoch um 11 %.

Der Bestand an Rindern bis zu einem Jahr nahm wie der Gesamtbestand um 4 % ab, wobei der Anteil männlicher Tiere zurückgeht. Männliche Jungrinder hatten 2007 einen Anteil von 46 %, aktuell sind es 41 %. Der Jungbullen- und Bullenbestand sank um 13 %.
Die Entwicklungen in den Bundesländern folgen dem Trend: Der Rinderbestand ist in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein um 0,3 bis 1,5 % gewachsen, in den anderen Ländern um 0,2 bis 2,1 % geschrumpft.  

Für die Bullenmast sind, gemessen an den absoluten Zahlen, hauptsächlich Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein bedeutsam. Aufschluss über die Bedeutung gibt aber auch der Anteil männlicher Rinder über ein Jahr am Kuhbestand: In den östlichen Bundesländern und Rheinland-Pfalz liegt der Anteil bei 8 bis 14 %, in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen bei 18 % und in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein bei 23 bis 41 %.

Mit Ausnahme Nordrhein-Westfalens (- 5 %) und Mecklenburg-Vorpommerns (- 5,1 %) nahmen die Bullenbestände in den Bundesländern zwischen 2007 und 2012 um mehr als 10 %, in Schleswig-Holstein um 22 % ab. Aktuell ist dieser Trend gestoppt, da in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein Aufstockungen um 1 % gegenüber November 2011 zu verzeichnen sind.

Die Betriebsstrukturen verändern sich rapide: Die Zahl der Rinderhaltungen ist zwischen November 2011 und November 2012 um 4 % zurückgegangen.
Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern (-0,4%) verringerte sich die Anzahl Rinderhaltungen in den Bundesländern um etwa 3 bis über 5 % seit November 2011. Bei den Milchkuhhaltungen ist der Strukturwandel noch stärker; er lag bei 5 %. Ein derartiger Rückgang führt innerhalb von 14 Jahren zu einer Halbierung der Anzahl Betriebe. Auf Bundesländerebene sank die Anzahl der Betriebe binnen eines Jahres zwischen 3 und 7 %. Zwischen Mai 2008 und November 2012 gaben bundesweit 20 % der Milchviehbetriebe auf.

Im Schnitt über 70 Kühe

Der durchschnittliche Rinderbestand betrug im November 2012 etwa 77 Tiere. Der Durchschnittsbestand an Milchkühen stieg von 48 auf 51 Kühe. In Niedersachsen werden 70 bis 80 Milchkühe gehalten.

Bei der Rinderzählung bestehen aufgrund der Nutzung der HIT-Datenbank keine Erfassungsgrenzen. So läßt sich die Entwicklung anhand der Größenkategorien der Haltungen ablesen: In 24 % der Rinderhaltungen stehen 70 % (8,8 Mio.) der Rinder, und zwar in Herden mit mehr als 100 Tieren.

In 33 % (27.500) der Milchkuhhaltungen stehen 72 % (3 Mio.) der Milchkühe, und zwar in Herden mit mehr als 50 Tieren. Seit 2008 wachsen nur Haltungen in den Größenklassen mit mehr als 200 Rindern bzw. mehr als 100 Milchkühen. Etwas anders sieht es in der Bullenmast aus: In Beständen mit mehr als 50 Bullen stehen rund 45 % (440.000) der Bullen; sie stehen in 6 % (4.300) der Betriebe mit Bullenhaltung. Die Bullenhaltung ist also in kleineren Beständen als zusätzlicher Betriebszweig weit verbreitet.            
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