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Interview

Zukunft der Schweinehaltung: Weder Weg noch Ziel klar definiert

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Christa Diekmann-Lenartz, LAND & Forst
am
26.05.2016

Die Schweinepreise steigen derzeit trotz schwieriger Zeiten leicht an. Wir sprachen mit Dr. Albert Hortmann-Scholten (LWK) über die Zukunft der Branche.

Im Vergleich zu den Milchviehhaltern müsste die Stimmung bei den Schweinehaltern doch eigentlich deutlich besser sein?

Nein, das ist sie meiner Einschätzung nach nicht. Die Stimmung bei den Schweinehaltern ist vielfach geprägt von Orientierungslosigkeit und Resignation. Und dies liegt nicht nur an den Preisen, die nach wie vor nicht kostendeckend sind. Psychisch belastender ist der Gegenwind, der Schweinehaltern aus Gesellschaft und Politik entgegen bläst.

Der Markt ist, wie auch Sie sagen, die eine Seite. Wie beurteilen Sie ihn derzeit? 

Die Schweinebranche ist trotz positiver Frühindikatoren gekennzeichnet von einem harten Wettbewerb, das heißt, es gibt starken nationalen und internationalen Preisdruck. Seit dem Spätsommer 2014 etwa verbuchen die deutschen Sauenhalter hohe Eigenkapitalverluste.  

Auch unter den Schweinemästern sind die Sorgenfalten infolge der niedrigen Schweinepreise größer geworden. Dies führt nicht selten zu wirtschaftlich existenziellen Problemen.

Oft sind es kleine und mittlere Familienbetriebe, die aussteigen. Bereits im vergangenen Jahr haben über 5 % der Ferkelerzeuger ihre Stalltüren geschlossen. Hält der Preisdruck weiter an, könnte sich der Strukturwandel noch stark beschleunigen.

Verschuldete Betriebe werden gezwungen, Flächen zu verkaufen bzw. sich im Rahmen von Lohnmastverträgen bzw. Integrationen in neue Abhängigkeiten zu begeben.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 21/2016 auf Seite 14. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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