Login
Kommentar

Bundestagswahl: Wen würden Bauern wählen?

Thumbnail
Ralf Stephan, LAND & Forst
am
20.07.2017

Umfragen zur Bundestagswahl haben gerade wieder Hochkonjunktur. Genaues Hinschauen lohnt sich, empfiehlt LAND & Forst-Chefredakteur Ralf Stephan.

Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, würde jeder vierte Landwirt die Alternative für Deutschland (AfD) wählen. Das meldeten unsere Kollegen vom Onlineportal agrarheute.com dieser Tage. Kein Wunder, dass diese Nachricht schnell die Runde machte.

Bauern traditionelle CDU-Wähler

Dass es auch unter den Landwirten gar nicht wenige Wahlbürger gibt, die mit den etablierten Parteien eher unzufrieden sind, ist kein Geheimnis. Traditionell sieht die große Mehrheit der Bauern ihre politische Heimat zwar bei der CDU. Doch die Konservativen stellten die Treue ihrer agrarischen Klientel in letzter Zeit immer wieder mal auf harte Proben.

Bündnis 90/Die Grünen trifft auf Sympathie

In Hessen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein zum Beispiel verhalfen zwar die Landwirte „ihrer“ Partei zum Wahlsieg, haben nun aber grüne Agrarminister. Schwarz wählen und Grün bekommen, das wird wohl nicht auf Dauer gut gehen.

Wobei grüne Politik unter Bauern durchaus auf Sympathien trifft. In Baden-Württemberg gaben 17 % ihre Stimme den Grünen, in Rheinland-Pfalz wählten fünf Prozent grün – ähnlich viel wie in der Gesamtbevölkerung.

agriExperts: 14 % der Landwirte wählen Afd

Was hat sich geändert, dass nun offenbar die Blauen weit oben schwimmen? Vermutlich wenig. Denn die „Sonntagsfrage“ von agrarheute.com lässt sich nicht mit repräsentativen Wahlumfragen vergleichen. Sie ist offen für alle, und um sein Kreuz auf der Internetseite zu machen, muss man sich nicht einmal registrieren. Reiz und Aufgabe solcher Schnelltests bestehen vor allem darin, die Veränderungen von Monat zu Monat zu zeigen.

Ebenfalls im LAND & Forst-Verlag sind die agriExperts zuhause. Das sind echte Meinungsforscher, die regelmäßig einen festen Stamm von Landwirten anonym befragen. Bei ihnen kommt die AfD aktuell auf 14 %. Diese Zahl wiederum deckt sich in etwa mit den Ergebnissen einer Umfrage von agriExperts, der LAND & Forst und vier weiteren Wochenblättern vom Anfang des Jahres. Den selben Wert erreicht übrigens die FDP.

Kampf um Bauernstimmen wird härter

Nimmt man die letzten Landtagswahlen zum Vergleich, zeigt sich direkt an der Wahlurne aber ein ganz anderes Bild. Abgesehen von Sachsen-Anhalt, wo die AfD 22 % der Bauernstimmen erhielt (bei 24 % Gesamtanteil), blieb die A-Partei bei Landwirten überall sonst einstellig – selbst wenn ihr Gesamtergebnis, wie in Baden-Württemberg, bei 15 % lag.

Sicher sagen lässt sich nur so viel: Der Kampf um die Stimmen der Bauern wird härter denn je, den Etablierten fallen keine Siege zu. Alle Parteien sind gut beraten, die Fragen der Landwirte überzeugend zu beantworten.

Zur Meldung mit den Umfrageergebnissen von agrarheute.com kommen Sie hier...

Auch interessant