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Demo vor Agrarministerkonferenz: Es ist „fünf vor zwölf“

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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
26.04.2018

Für Niedersachsens Agrarministerin Otte-Kinast geht es um Planungssicherheit für Sauenhalter. Das sieht auch der Deutschen Bauernverband so. Bei der Frühjahrskonferenz der Agrarminister aus Bund und Ländern am Donnerstag und Freitag (26./27. April) in Münster trifft Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast zum ersten Mal auf die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Ministerin forderte klare Rahmenbedingungen

Für die niedersächsische CDU-Politikerin steht die Sauenhaltung im Fokus: In den letzten zehn Jahren verringerte sich die Zahl der Sauenhalter in Niedersachsen um 60 Prozent. „Es ist unser klares Ziel, dass es weiterhin Ferkel aus Niedersachsen gibt“, betonte die Ministerin und forderte klare Rahmenbedingungen.

Landwirte benötigen endlich Planungssicherheit

Bund und Länder haben ein Arbeitspapier zum „Magdeburger Urteil“ erstellt, das nun in Münster diskutiert werden soll. Dabei geht es um die Größe des Kastenstandes und den Aufenthalt der Sauen im Kastenstand. Das Bund hat signalisiert, kurzfristig einen Vorschlag zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorzulegen. „Niedersachsen begrüßt diese Ankündigung sehr. Unsere Landwirte benötigen endlich Planungssicherheit“, erklärte Otte-Kinast.

Außerdem wird sie den Ausstieg aus der Ferkelkastration ansprechen. Zum 1. Januar 2019 ist das betäubungslose Kastrieren verboten. „Ob der sogenannte vierte Weg auch für Deutschland eine Lösung sein kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Wir brauchen aber auch hier dringend Antworten vom Bund, damit unsere Landwirte danach handeln können“, stellte Otte-Kinast klar.

Demo vor Agrarministerkonferenz

Eine Abordnung von Landwirten übergab die Forderungen des Berufstandes an die Vorsitzende der Konferenz, Nordrhein-Westfalens Ressortchefin Christina Schulze Föcking.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert die Landwirtschaftsminister auf, verlässliche Rahmenbedingungen für die Tierhaltung in Deutschland zu schaffen. Vor allem für die Sauenhalter ist es fünf vor zwölf“, machte Generalsekretär Bernhard Krüsken deutlich. Es gelte, ein Gleichgewicht zwischen der Investitionssicherheit für neue Ställe und für Investitionen in höhere Tierwohlstandards auf der einen und einer Perspektive für bestehende Betriebe auf der anderen Seite zu finden.

Mit Material von ML und DBV
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