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Biogas

Befragung: Güllefeststoffe als Gärsubstrat?

R. Kröger und Prof. L. Theuvsen von der Uni Göttingen
am
28.01.2016

Güllefeststoffe sind transportwürdiger als unseparierte Gülle und eignen sich als Maisersatz in Biogasanlagen. Warum aber werden Güllefeststoffe noch zu wenig als Gärsubstrat eingesetzt? Ergebnisse einer Umfrage.

Die in der breiten Öffentlichkeit und den Medien geführte Diskussion um die Biogaserzeugung hat u.a. dazu geführt, dass sich die Suche nach Substratalternativen zum Energiemais intensiviert hat. Neben neuen Gärsubstraten (z.B. Durchwachsene Silphie) ist auch separierte Gülle im Fokus. Aufgrund der erheblichen Nährstoffüberschüsse in Regionen mit einer hohen Viehdichte hat sich das Interesse an Wirtschaftsdüngern wieder verstärkt. Der Einsatz von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen außerhalb der Hochverdichtungsräume der Nutztierhaltung wird als ein möglicher Weg gesehen, Nährstoffüberschüsse in Regionen mit hoher Viehdichte abzubauen und zugleich neue Substratalternativen zu erschließen.

Wie stehen Biogasanlagenbetrieber zur Güllefeststoffvergärung?

Feststoffe aus der Gülleseparation weisen im Vergleich zur Rohgülle einen höheren Trockensubstanzgehalt und somit eine bessere Transportwürdigkeit auf. Bisher werden aber nur selten Güllefeststoffe in Biogasanlagen vergoren, trotz der bereits seit einigen Jahren diskutierten Möglichkeit der Gülleseparation mit anschließender Feststoffvergärung und der damit verbundenen möglichen Vorteile. Wie Betriebsleiter zur Güllefeststoffvergärung stehen, wurde im Jahr 2014 im Rahmen einer Onlineumfrage genauer untersucht. Befragt wurden deutsche Biogasanlagenbetreiber an der Georg-August-Universität in Göttingen am Lehrstuhl für „Betriebswirtschaftslehre des Agribusiness“.

Alternativ: Ganzpflanzensilage und Zuckerrüben

Zum Zeitpunkt der Befragung im Frühjahr 2014 war die Novellierung des EEG 2014 noch nicht abgeschlossen. Vor dem Hintergrund der geplanten Veränderungen in der Vergütungsstruktur des EEG waren zum damaligen Zeitpunkt etwa 38 % der Befragungsteilnehmer bereits auf der Suche nach alternativen Gärsubstraten. Doch obwohl es zahlreiche Alternativen zum Einsatz von Energiemais gibt, sind nur wenige Substratalternativen gegenwärtig relevant. So sind nach Einschätzung der Befragungsteilnehmer die Ganzpflanzensilage (GPS) und die Zuckerrüben die wichtigsten Alternativen zum Mais.

Während die Ganzpflanzensilage ein Substrat ist, das in nahezu allen Regionen geerntet werden kann, sind die Möglichkeiten zum Anbau von Zuckerrüben aufgrund ihrer Standortansprüche regional sehr unterschiedlich. Die Feststoffe aus der Gülleseparation rangieren auf dem sechsten Platz; sie sind damit für die Befragungsteilnehmer derzeit eine bedeutendere Alternative zu Mais als Durchwachsene Silphie, Schweinegülle und Schnittgut von Grünflächen.

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