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Stabilitätsverordnung

BHKW Betreiber sollten Nachrüstung zeitnah umsetzen

Dr. Stefan Binder
am
02.05.2016

Ältere BHKW müssen laut Stabilitätsverordnung auf einen erweiterten Frequenzbereich eingestellt werden. Vergessen Sie nicht, die Nachrüstung zeitnah umzusetzen.

Die Systemstabilitätsverordnung Teil 2 schreibt vor, dass ältere BHKW auf einen erweiterten Frequenzbereich eingestellt werden müssen. Dafür gibt es klare Zeitvorgaben, die unbedingt einzuhalten sind. Darauf weist jetzt der Fachverband Biogas hin.

Die Novelle der Systemstabilitätsverordnung (SysStabV) trat am 09. März 2015 in Kraft. Sie fordert die Nachrüstung von Windkraft-, kleinen Wasserkraft-, KWK-, und vor allem auch von Biomasseanlagen.

Anlagen auf erweiterten Frequenzbereich umstellen

Bei letztgenannten Anlagen hat dies zur Folge, dass BHKW mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW, die nach dem 31. Dezember 1999 in Betrieb genommen wurden, auf einen erweiterten Frequenzbereich umgestellt werden müssen.

Zum Start dieses Prozesses haben die Verteilnetzbetreiber seit Mai 2015 begonnen, sogenannte Nachrüstungsaufforderungen an die Anlagenbetreiber zu versenden. In diesen Schreiben ist jeweils ein unterer bzw. oberer Frequenzwert festgelegt, auf welchen die BHKW einzustellen sind.

Ohne Fristverlängerung spätestens nach 12 Monaten handeln

Anlagenbetreiber, die keine Fristverlängerung nach § 18 Abs. 2 (Nachrüstung in Verbindung mit einem bevorstehenden Wartungstermin) geltend machen, müssen spätestens 12 Monate nach Erhalt der Nachrüstungsaufforderung mittels Bestätigung einer autorisierten Fachkraft nachweisen, dass Ihre Anlage auf den neuen Frequenzbereich umgestellt wurde.

Lediglich im Falle eines genehmigten Ausnahmebegehrens, das allerdings spätestens neun Monate nach Erhalt der Nachrüstungsaufforderung beim Verteilnetzbetreiber eingegangen sein muss, werden weitere sechs Monate Übergangszeit für die Umstellung eingeräumt.

Bisher max. 30 % der Anlagen umgestellt

Dem Fachverband Biogas e.V. liegen Informationen vor, dass die Nachrüstung der Biogasanlagen derzeit nur sehr schleppend verläuft. So geht aus aktuellen Zahlen von Verteilnetz- und Übertragungsnetzbetreiber hervor, dass bislang maximal 30% der  betroffenen Anlagen verordnungsgemäß umgestellt sind.

Vollständiger Vergütungsverlust droht

Sollten die o.g. Fristen nicht eingehalten werden, droht der vollständige Vergütungsverlust, bis die Umsetzung der Nachrüstung erfolgt ist. Bei der Planung eines Nachrüstungstermins sollte bedacht werden, dass die Fachfirmen kurz vor Ablauf des Ultimatums Kapazitätsengpässe haben könnten.

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