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Energie

Biogas: Ackergras nicht nur Lückenfüller

von , am
29.09.2015

Auch Ackerbaubetriebe mit Biogasanlage müssen durch Greening und bevorstehende Düngeverordnung neue Wege finden. Lesen Sie in der LAND & Forst 40/2015, welche Lösung die Gutsgemeinschaft Lenthe bei Hannover wählt.

Seit 2006 gehört zur Gutsgemeinschaft Lenthe eine Biogasanlage mit 530 kW dazu, die ausschließlich mit Nachwachsenden Rohstoffen gefüttert wird. © Gaul

Mit einer weiteren Kultur in der Fruchtfolge lassen sich mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen: Auflockerung der Fruchtfolge, Erfüllung der Greening-Auflagen hinsichtlich ökologischer Vorrangfläche und Beschaffung zusätzlicher Substrate für die Biogasanlage.

Die Gutsgemeinschaft Lenthe bei Hannover hat mit dem Anbau von Ackergras begonnen. "Die neuen Vorgaben schaffen Grenzen, die uns einengen", so Hugo Schleupen, Betriebsleiter der Gutsgemeinschaft. Dabei handelt es sich um einen Ackerbaubetrieb mit 320 ha auf schwerem Boden im Südwesten der Landeshauptstadt. Zum Betrieb gehören auch einige Flächen mit Tonanteil, die eigentlich vor Winter gepflügt werden müssen, um eine gute Bodengare zu erzielen. Seit 2006 gehört eine Biogasanlage mit 530 kW dazu, die ausschließlich mit Nachwachsenden Rohstoffen gefüttert wird.

Ausbringung der Gärreste am besten zu Mais

Als Knackpunkt könnte sich die neue Gülleverordnung erweisen, denn im August ist das Gärrestlager voll. Die Dünge-Verordnung erlaubt aber, im Herbst maximal 13 m³
je Hektar auszubringen. Zur Frühjahrsdüngung lässt sich der Gärrest in Lenthe nur bedingt nutzen. Denn die schweren Böden sind im Frühjahr nur eingeschränkt befahrbar. Die im Laufe der Jahre verbesserte Bodenstruktur soll nicht durch das Befahren mit schweren Güllefässern zerstört werden. Zu Zuckerrüben ist eine Düngung mit Gärresten nicht zu vertreten. So wird der Boden vor der Zuckerrübenbestellung nur ganz flach bearbeitet, um keinen feuchten Boden nach oben zu holen. Denn es hat sich in Lenthe bewährt, die Rüben möglichst früh zu bestellen. "Mehr Spielraum bei der Ausbringung der Gärreste bietet uns der Mais", berichtet Schleupen.
 
Im April sind die Flächen trocken genug, um bei der Düngung keine Strukturschäden zu verursachen. Also galt es, den Zeitraum für das Ausbringen der Gärreste auch zu verlagern, um mehr Spielraum bei der Düngung zu haben. Eine Kultur wie das Ackergras fügt sich da am besten in das Anbausystem, denn es ermöglicht die Düngung zu anderen Zeiten und bodenschonend dazu.
 

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 40/2015 auf Seite 54. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier...

 

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