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Energie

Biogas: Damit Altanlagen eine Zukunft haben    

von , am
08.07.2015

Welche Chancen haben Bestandsanlagen oder welche Ertragspotenziale bietet der flexible Anlagenbetrieb? Lesen Sie das LAND & Forst-Fazit einer Fachtagung in Kassel.

Jühnde: Jetzt wird eine wärmegeführte Flexibilisierung mit einem höheren Anteil an KWK-Nutzung umgesetzt. © Mühlhausen/landpixel

Viele Betreiber von bestehenden Biogasanlagen vermissen eine klare Perspektive, wie es mit Biogas weitergehen soll. "Ohne Perspektive werden die Betreiber schon vor dem Auslaufen des EEG ihre Anlage auf Verschleiß fahren und nicht mehr investieren", erwartet Georg Friedl, Referatsleiter Mitgliederservice beim Fachverband Biogas e.V. Sollte sich keine Verbesserung durch das nächste EEG ergeben, wird nach Einschätzung des Fachverbandes ab 2020 die Stromproduktion aus Biogas zurückgehen und ab 2035 auslaufen.
 
Eine Hoffnung für auslaufende Anlagen besteht darin, dass diese nach dem Ausschreibungsmodell weiter betrieben werden können. Ein solches Modell, wie es derzeit bereits für Freiflächen-Photovoltaikanlagen gilt, soll Bestandteil der nächsten EEG-Novelle auch für den Bereich Biogas sein. Das nächste EEG wird für 2016 erwartet.

Damit kalkulieren

Für die Zeit nach 2020 sollten die Betreiber folgendermaßen kalkulieren: Die laufenden Investitionen dürften weitgehend abgeschrieben sein. Der Wartungsaufwand steigt von 1,5 auf 3 % im Jahr. Die Einnahmen aus der Stromvermarktung steigen auf 2 ct/kWh. Im "einfachen Fahrplanbetrieb", in dem sich derzeit die meisten Biogasanlagen befinden, ist das Erlöspotenzial durch die derzeitige Lage am Strommarkt allerdings begrenzt. Das räumt Marcel Kraft vom Direktvermarkter Clean Energy Sourcing AG ein.
 
Der tatsächliche Monatsmittelwert an der Leipziger Strombörse, der Grundlage für die Berechnung der Marktprämie ist, ist von 38,00 € im Jahre 2013 auf 35,95 € im Jahr 2014 gefallen. Für den Betreiber ergibt sich ein größeres Erlöspotenzial, wenn kurzzeitig auf Preissignale reagiert werden kann. Dieses fällt umso höher aus, je flexibler die Anlage gefahren werden kann.
 

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 28/2015 auf Seite 64. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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