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Energie

Biogas: Wenn langsam das Geld ausgeht

von , am
14.10.2015

Hat Biogas noch eine Zukunft oder nicht? Über diese Frage wird angesichts der harten Einschnitte in die Förderung viel diskutiert. Derweil erhöhen sich "gefühlt" die Insolvenzen. Ein Situationsbericht.

Jetzt zeigt sich, was Fachleute immer schon prophezeit haben: Biogasbetreiber, die Substrate von eigenen Flächen erzeugen können, sind im Vorteil. © Thomas

Beim Thema Zahlungsausfälle machen Banken schnell den Laden zu. So auch die DKB Bank, die im Bereich der Biogasfinanzierung als einer der Marktführer gilt. "Zu Insolvenzen äußern wir uns nicht", macht Jörg-Uwe Fischer, Bereichsleiter erneuerbare Energien, deutlich. Nicht so bei eher grundsätzlichen Fragen nach dem wer und warum. Bisher erwischt es mehr die Biogasanlagen, die als Fondsmodell oder private Anlageform ohne eigene Flächen für Substrate zu Industriemodellen hochskaliert wurden und weniger den Landwirt. "Im ländlichen Raum ist Biogas oft nur Teil eines Unternehmens. Daher stellt sich immer die Frage, wie der Betrieb finanziell insgesamt aufgestellt, der Anbau von Substraten abgedeckt ist und wo die Margen hingeschoben werden. Grundsätzlich sollten die Anlagen aber permanent optimiert werden", so Fischer.

Gärrestlagerung auf neun Monate begrenzt

Nur das ist in der Praxis nicht immer so einfach. Zwar sind bei sauber kalkulierten Finanzierungen die Kosten für Ersatzteile und Reparaturen über 20 Jahre eingepreist, aber nicht diverse Verschärfungen durch den Gesetzgeber. Das betrifft nicht nur die neue Bemessungsgrenze, nach der nur noch 95 % der eingespeisten Leistung vergütet wird, sondern auch Umweltauflagen. Ein dicker Brocken wird die neue Düngeverordnung sein, die zum Schutz des Grundwassers vermutlich den Nährstoffeintrag in den Boden begrenzt und eine Lagerung der Gärreste auf neun Monate festlegen wird.

Nachfinanzieren nötig

Dass kann für manchen Betreiber zu hohen Kosten führen, weil die Behälter in einer Spanne zwischen 150.000 und 300.000 € gehandelt werden. "Betreiber mussten aufgrund diverser Verschärfungen schon nachfinanzieren. Die Frage ist dabei immer, ob sich die Investitionen über die restliche Laufzeit noch amortisieren oder nicht", sagt Holger Meents, Abteilungsdirektor Spezialfinanzierungen bei der Bremer Landesbank.
 

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