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Biogas

Biogasanlagen: Heizungswasser kann Ärger machen

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Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst
am
03.06.2016

Mehrere Biogasanlagen, ein Problem: Defekte Heizungspumpen mit relativ kurzer Lebensdauer. Ein Heizungsfachmann im Emsland entwickelte eine mobile Lösung.

Die dritte Biogasanlage, bei der er die Heizungspumpe austauschen muss: Der gelernte Heizungs- und Sanitärfachmann Rico Kramer aus Geeste (Landkreis Emsland) ist verdutzt: „Normalerweise sollten solche Pumpen zwanzig Jahre und länger halten“. Kramer betrieb Ursachenforschung und stieß schnell auf die Wurzel des Übels.

Wasser in Heizungsanlagen mit gelösten Salzen

Das Wasser, das sich im Heizkreislauf befindet, führt Stoffe mit sich, die den Pumpen relativ schnell den Garaus machen können. Viele Heizungsanlagen werden mit Stadtwasser befüllt, in dem Salze wie Calcium, Natrium und Magnesium gelöst vorliegen. Aber auch Verbindungen wie z.B. Eisen mit Sauerstoff  reichern „die Suppe“ in den Heizungsrohren an.

Schlechter Wirkungsgrad der Heizungsanlagen

Werden diese Inhaltsstoffe mit erwärmt, kommt es laut Kramer besonders an den Pumpen und Wärmetauschern zu Ablagerungen. Ein schlechterer Wirkungsgrad und Schädigungen an der Heizungsanlage sind die gravierenden Folgen.

Die im Heizungswasser gelösten Stoffe sind laut dem Heizungsfachmann aber nicht alleine direkte Verursacher von Schäden. „Auch ein zu niedriger oder zu hoher pH-Wert im Heizungswasser können in den oft verbauten Twinrohren aus Aluminium Metalle lösen, welche später dann zu Rohrbrüchen führen“, ergänzt er.

pH-Wert beachten

Normalerweise sollte der pH-Wert des Heizungswassers bei 8,2 bis 8,5 liegen. Tatsächlich gemessen hat Kramer dann auf der Biogasanlage einen pH-Wert von 5,52. Die im Wasser gelösten Stoffe erhöhen die Leitfähigkeit des Wassers. Laut VDI 2035 sollte die Leitfähigkeit von Heizungswasser unter 100 microSiemens (µS)/cm liegen.

Kramer berichtet dagegen von Praxisanlagen, wo er über 1.552 µS gemessen hat. „Da müssen große Mengen an gelösten Salzen drin sein“,  folgert der Wahlemsländer, der durch seine Mitarbeit beim Anlagenbau und Reparaturaufträge auf Biogasanlagen seine fachspezifischen Kenntnisse erweitern konnte.

Neue Pumpen sehr teuer

Die Problemlage an sich und die Tatsache, dass ein Pumpendefekt einen Biogasanlagenbetreiber schnell einmal ein paar Tausend Euro Ersatzinvestitionen kosten kann, weckten den Tüftler in dem Fachmann. Dabei herausgekommen ist ein mobiles Gerät, mit dem  er von Biogas- zu Biogasanlage fahren kann, um das Heizungswasser zu filtern.

Auf einer Art Sackkarre montierte der Techniker eine Wasseraufbereitungsanlage, die aus drei Filtern besteht.  „Mit dieser Anlage kann ich im Bypassverfahren Wasser aus dem Heizkreislauf durch die Filter pumpen und führe das gereinigte Wasser der Anlage wieder zu“, erklärt Kramer.

Mehr über die Entwicklung von Nico Kramer lesen Sie in die LAND & Forst Ausgabe 19/2016 auf den Seiten 50 bis 51. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Wer weitere Fragen an Nico Kramer hat, kann sich melden unter Telefon: 05907-91048, E-Mail: rico.kramer@ewetel.net

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