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Praktikertag

Energierüben: Bitte einmal waschen und laden

Thomas Gaul
am
03.11.2016

Sauber sollen sie sein und kostengünstig in die Biogasanlage wandern. Wie Sie Energierüben optimal aufbereiten, lesen Sie in der LAND & Forst 44/16.

Rübenaufnahme mit Walzengerät

Schätzungsweise jede zehnte Rübe in Deutschland wandert mittlerweile in einen Biogasfermenter. Bis zu diesem Moment durchläuft die Rübe verschiedene Aufbereitungsschritte. Und hier gilt es, kostengünstiger zu werden. Beim Praktikertag in Rotenburg wurden neue Wege vorgestellt.

Eine kostengünstigere Aufbereitung verfolgte auch das Projekt „NaPro - Nachhaltige Prozessketten mit Zuckerrüben als Energie- oder Rohstofflieferant“. Projektpartner ist das 3N Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe, das zu dem Maschinen-Demonstrationstag nach Wilstedt im Landkreis Rotenburg/Wümme eingeladen hatte.

3N-Geschäftsführerin Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer stellte das Projekt vor: „Das Ziel ist die Optimierung der Prozesskette vom Feld bis zum Lager. Denn auch hier kommt es darauf an, die Lagerverluste zu senken. Im Rahmen einer Life-Cycle-Analyse soll das Verfahren hinsichtlich der Klimaeffekte bewertet werden.“ Gefördert wird das Projekt über die Europäische Innovationspartnerschaft (EIP).

Waschmaus erstmalig öffentlich

Bei der Maschinen-Demonstration war erstmals die „Waschmaus“ der Firma Putsch öffentlich zu sehen. Die Maschine nimmt die Rüben aus der Feldrandmiete auf, wäscht und entsteint sie und verlädt sie auf Transportfahrzeuge. Die Entwicklung haben die Gesellschafter der WBO mit begleitet.

WBO steht für die Anfangsbuchstaben der Ortschaften Wilstedt, Breddorf und Otterstedt. An diesen drei Orten betreiben die insgesamt 57 Gesellschafter Biogasanlagen. Das Biogas wird in 15 BHKW zur Stromproduktion eingesetzt. Mit der dabei anfallenden Wärme werden 97 Wärmekunden versorgt sowie Biomasse und Gärreste getrocknet.

Im Durchschnitt baut jeder der Gesellschafter 24 ha Mais an. „Alles hängt an einem Rohstoff“, bringt WBO-Geschäftsführer Hermann Cordes die Abhängigkeit auf den Punkt. Um diese Abhängigkeit vom Mais zu durchbrechen, setzen die Gesellschafter seit einigen Jahren auf die Zuckerrübe. Sie hat auch den Vorteil, ein „handelbares Gut“ zu sein, wie Cordes formuliert. Zunächst wurden die Rüben daher auch von der Nordzucker AG bezogen, bevor die Gesellschafter selber in den Rübenanbau einstiegen.

Stationäre Rübenwäsche installiert

Um die Rüben zu reinigen, wurde zunächst eine stationäre Wäsche in Rhadereistedt installiert. Die Rüben wurden dort in streichholzgroße Stücke geschreddert und zu den Anlagen hin transportiert. „Das waren zu viele Arbeitsschritte, die das Verfahren verteuert haben“, so Cordes. So lagen die Kosten für die Zuckerrübe bei der stationären Wäsche bei 24,62 €/t. Zum Vergleich: Die Tonne Mais kostete 11,92 €.

Mehr über interessante Aufbereitungsmöglichkeiten für Energierüben lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 44/2016 auf den Seiten 46 und 47. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Energierüben: Bitte einmal waschen und laden

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