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Energie

Erdwärme hält Heuerlingshaus warm

von , am
14.05.2013

Heinrich Mehrholz aus Diepholz hat sich schon vor Jahren für dieses Thema interessiert und 2008 eine Erdwärmeheizung an seinem Heuerlingshaus installiert. Wir fragten ihn nach seinen Erfahrungen.

Das Heuerlingshaus von 1840 wird seit fünf Jahren mittels Erdwärme umweltfreundlich beheizt. © Kahnt-Ralle

Heinrich Mehrholz hat sich aus Überzeugung für die saubere Form der Beheizung aus Erdwärme entschieden. Der rüstige Landwirt, der bis 2005 einen landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb führte und nach einem Unfall vorzeitig auslaufen ließ, beschäftigt sich seitdem  mit der Bereitung von Brennholz und der Bestandspflege von 16 ha 40jährigen Nadelholzflächen ("Sturm 1974") seines insgesamt 32 ha großen Waldes direkt neben der Hofanlage.

Schläuche im Erdreich

"Das Brennholz brauche ich komplett selber in meiner eigenen Holzvergaserheizung, die ich 2005 installiert habe", so Mehrholz. Aber zurück zur Wärmepumpe: Sie beheizt ein Heuerlingshaus, das etwa 1840 erbaut wurde, mit 100 m2 Wohnraum, das einige hundert Meter von der eigenen  Hofstelle entfernt steht und vermietet ist. "Früher sorgten hier drei Ölöfen für Wärme", so Mehrholz weiter. Als die in die Jahre kamen und das Heizöl teurer wurde, hat sich der Landwirt für eine Erdwärmeheizung entschieden, um dadurch auch den Wohnwert der Immobilie zu erhöhen.

Hinter dem Haus erstreckt sich ein Garten und daran anschließend ein Acker - beides günstige Voraussetzungen für den Flächenkollektor der Erdwärmeheizung, der insgesamt eine Fläche von 500 m2 bedeckt. Darin wurden  800 m PVC-Schläuche von einem Durchmesser von ¾ Zoll als Schlaufe hin und zurück in einem Abstand von 75 cm in einer Tiefe von 1,30 m Tiefe verlegt. Die Schläuche werden in einem Sammelschacht an einem Schlauch zusammengefasst und dem Herzstück der Wärmepumpe, dem sogenannten Kompressor, zugeführt.

Hier gibt die Soleflüssigkeit aus den Schläuchen durch sogenanntes "Hochpumpen" auf 45 bis 50 °C die Wärme über einen Wärmetauscher in den Pufferspeicher, der ebenfalls im Haus steht, ab. "Das Wirkungsprinzip kennen wir vom Kühlschrank her", so Mehrholz. Durch eine Rückleitung wird die Soleflüssigkeit wieder zum Sammelschacht zurückgeführt und beginnt dann den Umlauf durch den Erdkollektor aufs Neue.  Weil die Kollektorfläche in einer Senke liegt und dahinter schon vier Dränagestränge verlegt waren, sorgt das nachfließende oberflächennahe Grundwasser für eine immer gleichmäßige Bodentemperatur von 8 bis 9 °C, auch im Winter.  

Auf der Diele des Heuerlingshauses wurden neben der Wärmepumpe ein 300 Liter fassender Brauchwarmwasserspeicher und ein 800 Liter fassender Pufferspeicher sowie die gesamte Heizungssteuerung untergebracht.  Im Haus ist die Wärmepumpenheizung an den Heizkörpern zu erkennen, die auch mehr kosten als normale Heizkörper. "Denn sie sind 1,5 mal so groß wie normale Heizkörper, weil durch die größere Oberfläche die Wärme besser abgegeben wird", so Mehrholz.

Strom immer teurer

Für die Wärmepumpenanlage hat der Landwirt 32.000 € investiert. In den fünf Jahren hat die Wärmepumpe 33.000 kWh verbraucht und ist damit sehr effizient. Ärgerlich sind die gestiegenen Stromkosten für den Wärmepumpenstromtarif, die sich beim Betrieb der Wärmepumpe als deutlich gestiegene Betriebskosten schon negativ auswirken. Mehrholz: "Als ich anfing mit der Wärmepumpe, kostete meine Mieterin die Kilowattstunde Strom 7,8 Cent bis Dezember 2008". Ab Januar 2009 waren es schon 12,4 Cent und bis Ende 2012 steigerten sie sich auf 15,6 Cent. Ab 2013 sind es 17 Cent plus MwSt - und das, obwohl Mehrholz eine umweltfreundliche Heizung betreibt.

"Man muss bedenken, dass der Arbeitspreis für die Stromgrundversorgung nur 7 Cent pro Kilowattstunde mehr sind. Eigentlich müsste der Wärmepumpenstrom von der EEG-Umlage befreit sein", meint der Betreiber deshalb,  wie das bei der energieintensiven Industrie oder auch bei Golfplätzen möglich sein soll.

Neben der Umweltfreundlichkeit überzeugen den Landwirten auch die wenigen Verschleißteile der Anlage. "Die Wartung für die Wärmepumpe ist mit ein bis zwei Stunden im Jahr anzusetzen. Insgesamt ist die Heizung also eine sehr wartungsarme Heizmöglichkeit", findet Mehrholz.

Holz und Solarthermie

Und so kann Mehrholz beruhigt ins Holz gehen und die 45 bis 50 Schüttraummeter herausholen und aufbereiten, die er für seine eigene Holzheizung benötigt. Sie heizt die 200 m2 Wohnraum in seinem Wohnhaus auf der Hofstelle.  Lediglich in der Übergangszeit wünscht sich der Landwirt eine andere Heizquelle, um sein Wasser heiß zu halten.  Hier denkt er bereits über eine Solarthermieanlage nach. Denn für Mehrholz steht fest: Heizen geht auch Klima schonend.
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