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Energie

Innovationskongress: An die Zeit nach dem EEG denken

von , am
09.06.2015

Der Bau neuer Biogasanlagen - Ausnahme Gülle-Kleinanlagen - ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. Durch das Ausschreibungsverfahren könnte sich die Zukunft von Biogas aber wieder positiver gestalten lassen.

Hendrik von Buchholz (l.) und Andre Zurwellen (M.), beide Weltec Biopower, nahmen von Udo Hemmerling, Deutscher Bauernverband (r.), den Biogas-Innovationspreis Wirtschaft für das Managementprogramm ProMOS Bio entgegen.   © Kahnt-Ralle

Für die bestehenden rund 8.000 Biogasanlagen zeigt das derzeit geltende Gesetz kaum Perspektiven auf. Eine Ausnahme sind die erwähnten 75 kW-Biogasanlagen, die fast ausschließlich mit Gülle betrieben werden. "Hier gab es zuletzt eine starke Nachfrage, weil viele Betriebe mit Blick auf das Ende der Milchquote auf 400 bis 500 Milchkühe aufgestockt haben", sagte Christoph Gers-Grapperhaus, Berater bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, auf dem Biogas Innovationskongress in Osnabrück. Mit einer Biogasanlage, die mit der hofeigenen Gülle betrieben wird, lässt sich das Einkommen des Betriebes zusätzlich absichern.

Mit den Optionen Flexibilisierung und Direktvermarktung, die das EEG 2014 weiter zulässt, haben sich viele Anlagenbetreiber zwar beschäftigt, die Erlösmöglichkeiten aus der Bereitstellung von Regelenergie und dem Intraday-Handel werden aber noch zu wenig genutzt.

Nicht ohne Biogas

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen der Branche waren die Firmen auch in diesem Jahr wieder mit interessanten Präsentationen zu dem achten Biogas-Innovationskongress gekommen. Im Mittelpunkt standen vor allem innovative Konzepte für die Optimierung der Bestandsanlagen. Das ist auch notwendig, denn es gilt, ihnen eine Perspektive aufzuzeigen für die Zeit nach dem Ende der EEG-Vergütung. Diesen zeitlichen Horizont sehen die ersten Anlagen bereits in fünf oder sechs Jahren vor sich. Sie müssen jetzt investieren, um ihre Anlagen "fit" zu machen für die Zukunft.

Keine Energiewende ohne Biogas

Dass die Perspektive für Biogas nicht so düster ist wie es derzeit scheint, hat auch damit zu tun, dass die Politiker in Berlin erkennen, dass eine Energiewende ohne Biogas doch nicht möglich ist, angesichts des geringen Zubaus im Bereich Biogas - im ersten Quartal 2015 sind gerade einmal 4 Megawatt (MW), vor allem durch Anlagenerweiterungen, neu ans Netz gegangen. Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht verbessern, tut sich für den Zeitraum ab 2024 eine Lücke auf, bei der zunehmend Biogasanlagen aus dem EEG laufen. Als speicherbarer Energieträger wird Biogas aber benötigt, um die Schwankungen der Stromproduktion aus Photovoltaik und Wind auszugleichen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 24/2015 auf Seite 46. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier?

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