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Energie

Mehrerlöse - GDGE hielt Versprechen

von , am
26.06.2013

Vor zwei Jahren nahm die Genossenschaft Deutscher Grün-Energie Erzeuger eG (GDGE) in Hannover ihre Arbeit auf. Erste Erfahrungen zu Themen wie der Stromvermarktung sehen positiv aus.

Guter Stimmung (v. l.): GDGE-Vorstandsvorsitzender Martin Buchholz, GDGE-Mitarbeiterin Dr. Jenny Roitsch, Yvonne Grimmer und Annette Keil (energy2market) und GDGE-Vorstandsmitglied Andreas Düser. © Preugschat

Mit dem EEG-Gesetz 2012 können Anlagenbetreiber bekanntlich in die Direktvermarktung (DV) ihres Biogas-, PV- oder Wind-Stroms wechseln und Mehrerlöse erwirtschaften. "Die GDGE hat diese Chance ergriffen und nimmt zwischenzeitlich mit über 160 Mitgliedern an diesem Marktgeschehen teil, allerdings schwerpunktmäßig mit Strom aus Biogasanlagen", sagte Vorstandsmitglied Andreas Düser, Planer und Berater für erneuerbare Energie in Nordrhein-Westfalen. Auch die Entscheidung zur Genossenschaft als Rechtsform sei richtig gewesen, denn jedes Mitglied könne mitbestimmen.

Düser wies darauf hin, dass die GDGE mit ihrem eigenen virtuellen Kraftwerk bundesweit derzeit größter Teilnehmer am Sekundärregelmarkt mit Biogas-BHKW-Leistung ist. Dabei setzt die GDGE ihren Fokus auf die Teilnahme an der Sekundärregelleistung und nimmt aktiv mit ihren Betreibern in den Regelzonen 50 Hertz, TenneT und Amprion teil.
 
Düser räumte vor rund 60 Tagungsteilnehmern ein, dass es anfangs Probleme bei der Ausgestaltung der Stromverträge gab. Die seien jetzt ausgeräumt und es habe sich als äußerst positiv erwiesen, mit dem Unternehmen Energy2market GmbH (e2m) zusammen zu arbeiten. Das unabhängige Handelshaus für grüne Energien mit Sitz in Leipzig, das den von den GDGE-Mitgliedern erzeugten Strom am Spotmarkt der Leipziger Strombörse anbietet, sei spezialisiert auf die Vermarktung von Energie aus dezentralen Erzeugungsanlagen und entwickele gemeinsam mit Partnern maßgeschneiderte Direktvermarktungslösungen. Düser: "Davon profitieren unsere Mitgliedsbetriebe."

Flexibilität zeigen

Auch gegenüber der Politik sei es wichtig zu zeigen, dass Landwirte flexibel sind und Strom erzeugen können, wenn er gebraucht wird punktgenau zu den Hauptverbrauchszeiten, wenn die höchsten Preise gezahlt werden. "Also von acht bis zehn und abends in der Rush-hour" , betonte Düser. Bis vor wenigen Jahren noch sei es einfacher gewesen, tagsüber von morgens bis abends viel Strom zu guten Preisen zu verkaufen, aufgrund des PV-Booms sei das nicht mehr lohnend, vor allem an sonnigen Tagen. GDGE-Vorstandsvorsitzender Martin Buchholz geht davon aus, dass der Gesetzgeber in den künftigen EEGs die grünen Stromerzeuger nicht schonen wird. "Morgen ist Direktvermarktung Pflicht", ist der Betreiber einer 2,1-MW-Bioganlage in Blumendorf bei Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) überzeugt. Die Genossenschaft bündele die Interessen vieler Erzeuger und sie halte, was sie verspreche: Mehrerlöse! Buchholz: "Auch ohne garantierte Mehrerlöse werden deutlich höhere Gewinne erzielt. Mit meiner Anlage konnte ich Mehrerlöse in Höhe von 0,67 ct/kWh aus DV und der Teilnahme an der Sekundärregelleistung im letzten halben Jahr verbuchen".

Dr. Jenny Roitsch stellte die Online-Plattform der Genossenschaft vor und zeigte, wie sorgfältig Biogaserzeuger arbeiten und planen müssen, um möglichst gewinnbringend ihren Strom zu vermarkten. "Es ist für uns schon wichtig, frühzeitig zu wissen, wann ein BHKW-Motor abgestellt wird. Je genauer die Prognosen eingehalten werden, desto gezielter kann der Strom vermarktet werden", sagte die Agraringenieurin, die die GDGE-Geschäftsstelle leitet.  Yvonne Grimmer und Annette Keil (Energy2market) berichteten über die Preisbildung am Strommarkt, Handelsprozesse und Voraussetzungen für Biogasanlagen, um am Regelmarkt teilzunehmen und Hartmut Dreyer sowie Steffen Kern von Elmess Thermosystemtechnik aus Uelzen stellten die "Power to Heat"-Technologie vor, womit weitere Erlöse möglich werden.
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