Login
Biogaserzeugung

Nährstoffproblem gelöst: Südtiroler Biogasanlage gefällt Niedersachsen

Innovative Biogasanlage in Wipptal
Thumbnail
Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst
am
26.07.2017

Vom Gärrest zum Düngerpellet, das ist nicht neu. Doch jetzt läuft in Südtirol im Wipptal eine Biogasanlage mit innovativer Technik.

Es ist erst wenige Wochen her, da wurde die Biogasanlage im Südtiroler Wipptal auf dem Biogas-Innovationskongress in Osnabrück vorgestellt. Kürzlich wurde sie offiziell eingeweiht. Auch Biogaserzeuger aus Niedersachsen haben sich das Anlagenkonzept vor Ort angeschaut und zeigen großes Interesse an der Gärrestverarbeitung bis hin zum Düngerpellet.

Biogasanlage mit Gärrestaufbereitung

In Sterzing im Wipptal wirtschaften heute noch über 350 Milchviehbetriebe im Tal und an den Steilhängen. Sie liefern ihre Milch an den Milchhof Sterzing und erhalten dafür etwa 60 Cent je Liter ausbezahlt. Eigentlich eine gute Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Betriebe.

Wenn da nicht die Gülle wäre. Druck vonseiten der Wasserbehörden und der Touristikbranche waren für die Landwirte die treibenden Kräfte, die zur Suche nach Lösungsansätzen führten.

2013 schließlich startete man nach langen Vorbereitungen und Planungen mit dem Bau einer Biogasanlage mit Gärresteaufbereitung. Sie wurde 2017 fertiggestellt. Eingesetzt wurde eine neue Technik zur Aufbereitung bis zum Düngerpellet und vorfluterreinem Wasser. Ein Schema der Gärresteaufbereitung können Sie hier herunterladen...

50 % der Güllenährstoffe verlassen als Pellet die Region

In der Südtiroler Biogasanlage werden Gärrestpellets erzeugt.

Die 1 MW-Biogasanlage wurde mit bewährter und mit innovativer Technik ausgerüstet. Deshalb prüft die Betreibergesellschaft zurzeit, ob sie sich die technische Lösung der Gärrestaufbereitung patentieren lässt.

Aufgrund der begrenzten Grundstücksfläche werden Rindergülle und Rindermist in einem liegenden Fermenter vergoren. Die aus 10 bis 15 km Umkreis angelieferte Gülle wird in den Güllebehälter gepumpt. Der etwas schlammige Rindermist in einen eingehausten Feststoffbunker gekippt. Ein Greifer, der an einem Portalkran angebracht ist, lädt den Mist aus dem Bunker in einen Feststoffdosierer mit vorgeschalteter Zerkleinerungstechnik (Prallmühle).

Das Verhältnis Gülle zu Mist beträgt in der Anlage 60 % zu 40 %.  Etwa 33.000 t Gärrest, und damit die Hälfte der Nährstoffe, gehen im Jahr über eine Zwischenlagerung an die Bauern zurück. Ein gleichgroßer Anteil wird über die Gärrestverarbeitungskaskade zu Düngerpellets und vorfluterreinem Wasser verarbeitet.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 30/17 ab Seite 56. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Auch interessant