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Strom

Niedersachsens Umweltminister: Solarstrom als zweites Standbein

Solardach
am Mittwoch, 05.06.2019 - 07:48

Mehr Photovoltaik für Niedersachsen fordert Umweltminister Olaf Lies. Gerade Unternehmen sollten jetzt aktiv werden.

Umweltminister Olaf Lies hat sich für einen starken Ausbau der Photovoltaik in Niedersachsen ausgesprochen. Für mehr Tempo in der Energiewende seien klimaneutrale Stromquellen besonders wichtig. Niedersachsen sei beim Windstrom bundesweit die Nummer 1. "Der Solarstrom sollte das zweite wichtige Standbein für eine klimaneutrale Stromerzeugung werden", sagte Lies bei einer Veranstaltung der Klimaschutz- und Energieagentur in Hannover.

Experten aus Technik, Recht, Anwendung und Umweltminister Olaf Lies diskutieren über Chancen und Hemmnisse des Solarstroms.

Photovoltaik: Haus- und Gewerbedächer nutzen

Die Flächen auf Haus- und Gewerbedächern würden darauf warten, mit Photovoltaik bestückt zu werden, betonte Lies. Rein rechnerisch seien bis zu 57 GW an installierter Leistung möglich. Dies würde einen Stromertrag von  51 Mrd. kWh im Jahr bringen. Das entspricht rein rechnerisch fast dem derzeitigen Bruttostromverbrauch in Niedersachsen.

Lies forderte die Eigentümer von großen Gewerbehallen auf, zu prüfen, ob ihre Dachflächen für Photovoltaik genutzt werden können. Mit dem Strom könne der eigene Verbrauch direkt im Unternehmen kostengünstig gedeckt werden. Während die Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern die  Photovoltaik zunehmend nutzten, seien die Unternehmen immer noch zurückhaltend. Dies sei nicht verständlich angesichts von Gestehungskosten von 7 bis 8 Cent bei größeren Dachanlagen in Norddeutschland.

Niedrige Modulpreise und Einspeisevergütung

Vor Fachleuten aus der Energiewirtschaft, Solarforschung und -beratung erläuterte Lies: "Die Unternehmen sollten die derzeit günstigen Rahmenbedingungen wahrnehmen, die sich vor allem aus den niedrigen Modulpreisen und der Einspeisevergütung für den überschüssigen Strom ergeben." Kostenfreie Beratungsangebote der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen stünden den kleinen und mittleren Unternehmen zur Verfügung.

Das Ministerium wolle prüfen, ob künftig beim Neubau von größeren Gewerbehallen die Statik so ausgelegt werden müsse, dass die Dächer für die Installation von PV-Anlagen von vornherein geeignet seien.

Photovoltaik hat bundesweit Aufschwung erlebt

Auf Bundesebene will sich Niedersachsens Umweltminister für sichere Perspektiven für die Solarstromerzeugung einsetzen. "Die Begrenzung des Zubaus von Photovoltaik auf 52 GW insgesamt macht energie- und klimapolitisch keinen Sinn.“ Der Bundeswirtschaftsminister müsse diesen Deckel sofort streichen. „Sonst bricht der PV-Ausbau spätestens 2021 wieder zusammen." Dann werde die Größenordnung von 52 GW erreicht sein und in der Folge die Einspeisevergütung wegfallen.

In den beiden zurückliegenden Jahren hat die Photovoltaik bundesweit einen Aufschwung erlebt, nachdem sie durch eine drastische Kürzung der Einspeisevergütung ab 2013 nahezu zum Stillstand kam.

Solar: Jährlicher Zubau muss wachsen

Bundesweit lag der Zubau 2018 bei 2,3 GW. Um die in Paris vereinbarten Klimaziele zu erreichen, ist nach Berechnung von Fraunhofer-Instituten ein jährlicher Zubau von 8,5 GW bis 2030 notwendig. Das bedeutet, der jährliche Zubau muss um das 3,5-fache wachsen. Auf Niedersachen heruntergebrochen würde das einen jährlichen Zubau von ca. 850 MW bedeuten. Im Jahr 2018 wurden in Niedersachsen 208 MW neu installiert. Insgesamt wurden in dem Bundesland bislang 4.000 MW installiert.

Beratung für Hauseigentümer, Kommunen und Unternehmen bietet die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN).

Mit Material von Umweltministerium Niedersachsen

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