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Energie

Noch mehr Solarstrom selber nutzen

von , am
25.08.2015

Die Stromspeicher-Technologie gewinnt an Interesse. Damit kann der eigene Strom vom Dach besser selber genutzt werden. Oldenburger Energieversorger stellte seine Erfahrungen dar.

Ronald Gerber, EWE, informierte über die Möglichkeiten, die sich mit der kleinen Kraft-Wärme-Kopplung, kurz Mikro-KWK, bieten. © Gaul

Auch auf den diesjährigen "Tarmstedter Gesprächen" ging es um die Speicherung von Strom aus Photovoltaikanlagen. Gerade im landwirtschaftlichen Bereich lassen sich bei entsprechender Auslegung gut 75 % des erzeugten Stroms selber nutzen, etwa für Melkroboter und die Milchkühlung. Das Interesse an dem Thema wird nach der Besucherzahl zu urteilen immer größer. "Der Speichermarkt kommt in Schwung", stellte dann auch Stefan Wölbern fest. Der Spezialist für Stromspeicher arbeitet beim Energieversorger EWE. Das Unternehmen aus Oldenburg ist seit Anfang letzten Jahres mit einer eigenen Speicherlösung auf dem Markt.

Eigener Energiemanager

Der Hausspeicher arbeitet mit Lithium-Ionen-Akkus. Für die gesamte Speicher-, Mess- und Steuerungstechnik reicht ein 1 x 1 m großer Kasten aus, der an der Wand montiert wird. Der Speicher wird zusammen mit einer an die örtlichen Gegebenheiten angepassten PV-Anlage kombiniert angeboten. Mit einem Energieportal und einer Monitoring-App für das Smartphone wird der Verbraucher zum eigenen Energiemanager. Gerade am Anfang werden begeistert die Zahlen zur Stromproduktion, -verbrauch und Speicherung registriert. Wie Wölbern erläuterte, ist die Speicherung gerade auch aus wirtschaftlichen Gründen attraktiv. Denn die gesunkene Vergütung für die Einspeisung von Strom aus PV-Anlagen macht es sinnvoll, möglichst viel des erzeugten Stroms auch selber zu verbrauchen.

Selbstversorgung bis zu 70 %

Nach Angaben des PV-Experten lässt sich mit dem Speicher eine Selbstversorgung von 60 bis 70 % erreichen. Das bedeutet, dass nur noch 30 bis 40 % des benötigten Stroms aus dem Netz bezogen werden müssen. Die Stromproduktion von 13 Stunden kann gespeichert werden und steht dann nach Sonnenuntergang am Abend und in der Nacht zur Verfügung. Angeschlossen werden kann auch eine Ladestation für ein Elektroauto. Der Speicher ist so getaktet, dass tagsüber zunächst das Haus mit Strom versorgt wird und sich erst dann der Speicher regeneriert. Für kombinierte Anlagen aus PV und Batteriespeicher gibt es von der KfW günstige Kredite mit Tilgungszuschuss. Damit soll das Ziel der Bundesregierung erreicht werden, dass bis 2020 rund 75.000 Stromspeicher installiert sind.
 

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 35/2015 auf Seite 62 und 63. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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