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Energie

Ohne nächtliches Dauerblinken

von , am
21.04.2015

Seit Jahren arbeitet die Windbranche an einer bedarfsgerechten Befeuerung der Anlagen. Schließlich nervt das nächtliche Dauerblinken viele Menschen. Wie neue Radarsysteme Abhilfe bringen sollen.

Hindernisbefeuerung: Sobald es dämmert, schalten sich zum Ärger von Anwohnern die roten Blinklichter ein. Neue Radarsysteme leuchten nur noch bei Bedarf. © Thomas

Der Streit um die Hindernisbefeuerung von Windmühlen ist fast so alt wie die Technik selbst. Aus Sicht des Bundesverkehrsministeriums und der Luftfahrtbehörden sind Windturbinen ab einer Höhe von 100 m ein Luftfahrthindernis und müssen entsprechend gekennzeichnet werden. Deutlich sichtbar ist das an der weißen Tages- und der roten Nachtbefeuerung. Diese Maßnahme soll Kollisionen mit Flugzeugen verhindern. Besonders störend wird dabei die rote Befeuerung empfunden, die an den Türmen und auf dem Maschinenhaus angebracht ist und während der Nacht permanent blinkt. Diese Aussicht führt oft zu Protesten. "Gemeinden scheuen sich, in ihren Bauleitplänen Höhen von über 100 m zuzulassen. Sie fürchten, dass das eine Steilvorlage für Bürgerproteste ist, die sich damit gegen die Befeuerung wehren", macht Olaf Nicolaisen, Geschäftsführer der BGZ Fondsverwaltung GmbH sowie der WKN Windkraft Nord Beteiligungs-GmbH deutlich.

Nachbefeuerung wird erleichtert

Geregelt wird diese Auflage in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen", kurz AVV. Allen voran hat der Bundesverband Windenergie (BWE) lange am starren Korsett der AVV gerüttelt und die zuständigen Behörden jahrelang bearbeitet. Offensichtlich mit Erfolg, denn in einem überarbeiteten Entwurf für eine neue AVV wurden spürbare Erleichterungen aufgenommen.

Das betrifft gleich mehrere Dinge. So soll es künftig auch bei Windmühlen mit einer Gesamthöhe von mehr als 150 m ausreichen, wenn nur einer statt bisher zwei ringförmige Turmfeuer angebracht werden. Außerdem wird auf Seiten des BWE begrüßt, dass der Takt der nächtlichen Blinkfeuer synchronisiert werden muss und eine Blockbefeuerung von großen oder mehreren Windfarmen möglich wird. Dann würde es auch reichen, nur die äußeren Maschinen zu befeuern.

Bedarfsgerecht befeuern

Ein Meilenstein in dem Tauziehen ist aber, dass es überhaupt die Option einer bedarfsgerechten Befeuerung geben wird. Die schaltet sich in der Nacht nur noch dann ein, wenn sich auch tatsächlich ein Flugzeug nähert. Technisch haben das gleich mehrere Unternehmen gelöst. Sie bieten passive oder aktive Radarsysteme für Windparkprojekte an. Das ist für Betreiber zwar kostspielig, "aber es verbessert die Akzeptanz vor Ort und bietet Kommunen die Möglichkeit, auf Höhenbegrenzungen zu verzichten, wenn diese Option für Anlagen mit mehr als 100 m Höhe eingesetzt wird", weiß Thomas Herrholz, Geschäftsführer der Enertrag Systemtechnik GmbH und Sprecher im BWE-Arbeitskreis Kennzeichnung.
 
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