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Fachmesse

Solar-Comeback

Photovoltaik-Feldanlage
Christian Dany
am
21.05.2019

Krise und Konsolidierung in der Solarenergie sind überwunden! Das verdeutlichte im Mai die Leitmesse Intersolar in München.

Im Vorjahr wurden Photovoltaikanlagen mit 2,9 Gigawatt Leistung errichtet, was ein Wachstum von 69 Prozent bedeutet.

Links Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, daneben Christian Hallerberg, Pressesprecher des BSW-Solar

Wie Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, kurz BSW-Solar, betonte, sei der seit 2004 erhobene Geschäftsklimaindex hierzulande auf einem Allzeithoch. Auch für 2019 erwartet der Verbandschef einen zweistelligen Zuwachs. Der einst kranke Solarpionier Deutschland scheint damit gesundet. Weltweit boomt der Solarmarkt ohnehin: Laut Körnig seien 2018 erstmals mehr als 100 Gigawatt Photovoltaikleistung zugebaut worden.

Die national wie international prächtige Stimmung spiegelte sich auch in München wider: Sowohl bei den Ausstellern (1354) als auch den Besuchern (rund 50.000 Besuchern aus 162 Ländern) verzeichneten die Veranstalter ein Plus.

Die neue Energiewelt

Wie erstmals im Vorjahr, ist die Intersolar jetzt Teil eines Messequartetts, das die neue Energiewelt verkörpern soll: Neben der Solar- gab es weitere Fachmessen für die Energiespeicherung, Infrastruktur für die Elektromobilität und Gebäudeenergie.
An den begleitenden Konferenzen nahmen über 2.000 Branchenakteure teil. Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) informierte in einer Pressekonferenz über Photovoltaik und Stromspeicher in der Landwirtschaft.

Innovationen

Im Rahmenprogramm wurden außerdem Innovationspreise in vier Kategorien verliehen. Zum Beispiel bekam Baywa r.e. einen Award für ein Solarpark-Projekt in Spanien, das vollständig ohne Fördergelder auskommt. Gleiches planen Baywa r.e. und der Energieversorger EnBW nun auch für Deutschland. Finanziert über langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements, sollen 2020 auch in der Bundesrepublik die ersten förderfreien Solarparks in Betrieb gehen. „Dass wir das auch in Deutschland schaffen, ist sensationell“, kommentierte Körnig.

Der Deckel muss weg

Was für große Solarparks möglich ist, gelte aber nicht für kleinere Dachanlagen. Hier sei die Fortführung der EEG-Förderung eminent wichtig. Nach bisheriger Gesetzeslage soll die Förderung der Photovoltaik auslaufen, sobald 52 Gigawatt installiert sind. Derzeit sind in Deutschland Solarstromanlagen mit circa 46 Gigawatt in Betrieb. Die 52-GW-Marke dürfte also noch in dieser Legislaturperiode erreicht werden. Der BSW-Solar stellte deshalb die anlässlich seines 40-jährigen Bestehens organisierte Jubiläumsparty unter das Motto „der Deckel muss weg“.

Großes Interesse an Batteriespeicher-Systemen

Der Besucherfrequenz in den zehn Messehallen nach zu urteilen, waren wieder Batteriespeicher-Systeme der Interessensschwerpunkt. Die Speichersysteme dienen in erster Linie der Optimierung des Eigenverbrauchs von Solarstrom.

Massenandrang in der Halle mit Batteriespeichern

Zunehmend werden aber skalierbare Systeme für Gewerbe und Industrie angeboten, die weitere Funktionen erfüllen: die Notstromversorgung bei Stromausfällen etwa oder die Spitzenlastkappung: Da neben dem klassischen Arbeitspreis in Cent/kWh immer ein Leistungspreis, der sich nach der Spitze im Leistungsbezug richtet, bezahlt werden muss, kann das sogenannte Peak Shaving mit einem Speicher Strombezugskosten senken. Der BSW Solar beziffert die Zahl der in Deutschland bereits installierten Solarstromspeicher auf rund 130.000.

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