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Waldarbeiten

Baum fällen per Motorsäge: Fünf Tipps für den idealen Fällschnitt

Waldarbeiter fällt einen Baum mit Motorsäge
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Heidrun Mitze, LAND & Forst
am
11.01.2017

Bäume sicher per Motorsäge zu fällen, ist kein Kinderspiel. Wie Sie den Fällschnitt anhand des Stockbildes beurteilen, zeigt die neue „Stockfibel“.

Wer beim Bäume fällen mit der Motorsäge ungenau arbeitet, gefährdet sich selbst und andere. Ob der Fällschnitt beim Holzfällen gelungen ist, lässt sich auch anhand des Stockbildes beurteilen.

Wenn ein Baum mit der Motorsäge zu Fall gebracht wurde, liegt das Stockbild frei und die einzelnen Arbeitsschritte – der angelegte Fallkerb, die Bruchleiste und die Bruchstufe – sind gut erkennbar. Jetzt lohnt es sich, diese Details einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie offenbaren viel über die Qualität der Fällarbeit und die Sicherheit des Motorsägenführers.

Das Stockbild nach dem Holzfällen per Motorsäge beurteilen

Fallkerstufe zum Baum fällen

Eine solche Stockbeurteilung war bisher nur erfahrenen und fachlich versierten Personen vorbehalten. Mit der kürzlich von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) herausgebrachten "Stockfibel" gelingt dies auch ohne tiefergehende Fachkenntnisse.

 

 

 

 

Nach diesen fünf Kriterien lässt sich das Stockbild beurteilen:

  1. Der Fallkerb bestimmt wesentlich die Fallrichtung. Er wird durch einen Sohlen- und einen Dachschnitt erzeugt. Dabei darf die Tiefe der waagerecht angelegten Fallkerbsohle 1/5 bis maximal 1/3 des Stammdurchmessers betragen. In der Stockfibel zeigen grüne und rote Linien korrekte und auch fehlerhafte (z.B. zu tiefe) Schnitte an. Das Fallkerbdach soll in einem Winkel von 45 ° bis 60 ° zur Fallkerbsohle geschnitten werden. Dieser Winkel ist leider am Stockbild in der Regel nicht mehr erkennbar.
  2. Eine auf ganzer Breite des Fallkerbes durchgängige Fallkerbsehne zeigt an, dass sich Dach- und Sohlenschnitt tadellos getroffen haben. Auch das fehlerhaft unterschnittene Fallkerbdach oder die -sohle werden sichtbar.
  3. Die sogenannte Bruchleiste lotst den Baum ebenfalls in die gewünschte Richtung; sie bleibt zwischen dem Fallkerb und dem Fällschnitt stehen und darf nicht durchtrennt werden. Damit sie beim Kippen des Baumes wie ein Scharnier wirken kann, soll sie etwa 1/10 des Stammdurchmessers ausmachen. Eine zu schmale oder zu breite Bruchleiste besitzt keine ausreichende Scharnierwirkung. Um das sicherzustellen, ist es sinnvoll, die gewünschte Bruchleiste durch eine senkrechte Markierung seitlich am Baum zu kennzeichnen.
  4. Die Kennzeichnung gewährleistet gleichzeitig eine korrekte, parallele Bruchleistenform. Der gleichmäßige Verlauf der Bruchleiste über die gesamte Breite ist mitbestimmend für die richtige Fallrichtung.
  5. Richtungsgeber für den Baum ist außerdem die sogenannte Bruchstufe, der Höhenunterschied zwischen der Fallkerbsohle und dem späteren Fällschnitt. Sie soll ebenfalls rund 1/10 des Stammdurchmessers, mindestens aber 3 cm betragen. Um dieses Maß sicherzustellen, markiert man die Bruchstufe am besten beidseitig waagerecht am Stamm. Auch bei einer zu niedrig oder zu hoch angelegten Bruchstufe droht Gefahr, denn der Stamm kann so leicht die gewünschte Führung verlieren.

Die Handlungshilfe ist im Internet abrufbar und zum Üben der Stockbeurteilung direkt im Wald kann die Fibel auch als Broschüre bestellt werden. Klicken Sie hier zum Herunterladen der "Stockfibel"...

Weitere Fotos können Sie sich in der LAND & Forst 02/17 auf Seite 42 ansehen. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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