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Bekämpfung

Borkenkäfer: 1,5 Mio. Euro für Niedersachsens Waldbesitzer

Borkenkäfer-Falle
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
21.03.2019

Zur Bekämpfung der Borkenkäferplage hat Niedersachsen jetzt eine Soforthilfe von 1,5 Millionen Euro für die Waldbesitzer zugesagt.

Die massive Vermehrung des Borkenkäfers macht den niedersächsischen Wäldern zu schaffen. Deshalb stellt das Land den Waldeigentümern eine Soforthilfe von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Damit sollen geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung des Schädlings eingeleitet werden.

"Die Schäden sind enorm. Wir müssen alles dafür tun, um unsere Wälder zu schützen", sagte Forstministerin Barbara Otte-Kinast.

Borkenkäferbekämpfung: Fangsysteme und Lockstoffe

Das Land stellt für die Bekämpfung der Borkenkäfer Fangsysteme und Lockstoffe in Höhe von einer Million Euro bereit, die den Waldbesitzern unentgeltlich überlassen werden. Nach einer landesweiten Bedarfsabfrage hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Beschaffung der Fallen und Lockstoffe mit anschließender Koordinierung der Verteilung übernommen.

Bekämpfung mit Fangsystemen und Fangholzhaufen

Das Aufstellen und die Bekämpfung mit Fangsystemen und Fangholzhaufen im zeitigen Frühjahr zur ersten Schwärmzeit der Borkenkäfer gehört zu den bewährten Maßnahmen. In diesem Frühjahr wird mit einem massiven Befallsdruck der Käfer gerechnet. Deshalb ist es sehr entscheidend, die lokal bekannten massiven Käferdichten in einem ersten wirksamen Schlag über Fangsysteme abzuschöpfen. So wird eine weitere Vermehrung und Schäden durch die Käfer begrenzt.

Waldläufer und Borkenkäfer-App

Borkenkäfer

Um möglichst frühzeitig die frisch befallenen Bäume zu finden, zu dokumentieren und im Anschluss zu beseitigen, wird auf mehr Kontrollpersonal gesetzt. Mit der Förderung von sogenannten "Waldläufern" beteiligt sich das Land zusammen mit dem Bund an einer personellen Unterstützung und Entlastung auf der Fläche.

Für die digitale Dokumentation im Wald ist eine Borkenkäfer-App zur Erfassung der Schäden in Vorbereitung, die aus Landesmitteln finanziert wird. Damit können die durch die Waldläufer erhobenen Daten digital von den Förstern weiterverwendet werden.

Weitere Hilfsmaßnahmen: Neue Förderrichtlinie

Weitere schnell greifende Hilfsmaßnahmen treten über eine neugestaltete Förderrichtlinie mit dem Schwerpunkt Waldschutz und Borkenkäferbekämpfungsmaßnahmen kurzfristig in Kraft. Bund und Land teilen sich die Finanzierung, die schon jetzt für 2019 gesichert ist. Das Geld stammt aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK).

Maßnahmen der neuen Förderrichtlinie

Die neue Förderrichtlinie bietet folgende Maßnahmen mit einem Fördersatz von 80 Prozent über eine Pauschale bzw. eine Anteilsfinanzierung an:

  • Anlage und Behandlung von Fangholzhaufen
  • Aufarbeitung, Zerkleinerung und Beseitigung von bruttauglichem Restholz auf der Schlagfläche
  • Entrindung von Derbholz
  • Polterbehandlung
  • Anlage von Holzpolterplätzen (einschließlich Nass- und Trockenlagerung) zur Lagerung von Kalamitätshölzern
  • Transport des Holzes auf Holzlagerplätze außerhalb des Waldes
  • Einsatz von geschulten Hilfskräfte zum Auffinden und zur Dokumentation von Borkenkäfer-Befallsherden

Borkenkäfer: Lage weiter sehr besorgniserregend

Bei einem Vor-Ort-Besuch im Forstamt Reinhausen vergangene Woche zeigte Barbara Otte-Kinast sich besorgt von den umfassenden Schäden, die der Borkenkäfer bislang angerichtet hat. Zumal die aktuellen Stürme „Eberhard“ und Franz“ die Lage noch einmal verschärft haben.

Die Ministerin machte sich dort ein Bild von der aktuellen Entwicklung, nachdem die Extremwetterereignisse den niedersächsischen Wäldern im vergangenen Jahr stark zugesetzt hatten. Landesforsten-Präsident Dr. Klaus Merker konnte vor Ort keine Entwarnung signalisieren, die Lage sei weiter sehr besorgniserregend und angespannt.

Die Situation zeige sich in allen Waldbesitzarten, so auch in den Forstgenossenschaften. Ursächlich sind die hohen Aufarbeitungskosten, geringe Holzerlöse und hohe Investitionen wegen wiederaufzuforstender Schadflächen. Die Lage müsse durch richtige politische Rahmensetzungen und Hilfsmaßnahmen des Landes entschärft werden.

Große Kraftanstrengung aller Waldbesitzer und Förster

"Die Bewältigung der Schäden gelingt nur mit einer großen Kraftanstrengung aller Waldbesitzer und Förster", sagte Ministerin Otte-Kinast. "Ich habe aber den Eindruck gewonnen, dass wir noch längst nicht über den Berg sind. Die geschilderte Lage hat mich darin bestätigt, dass wir die Waldbesitzer in der Bewältigung der Schäden und bei der langfristigen Anpassung der Wälder an den Klimawandel weiterhin stark unterstützen müssen."

Das Ministerium prüfe daher gerade, wie die Waldbesitzer weiter unterstützt werden können.

Mit Material von Landwirtschaftsministerium Niedersachsen, Christian Mühlhausen

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