Login
Forst

Dichte Schirme schonend nachlichten

von , am
04.03.2015

Wenn es selbst schattenverträglichen Douglasien oder Buchen unter Kiefern zu dunkel wird, muss Licht an die Voranbauten. Lesen Sie hier mehr über ein bewährtes Verfahren.

Ein ehemaliger Abraumwall, der jetzt als Gasse dient. © Friebe

Auch im Privatwald wurden in der Vergangenheit viele Kiefernreinbestände mit Douglasie oder Douglasie/Rotbuche unterbaut. Das hat Vorteile: Ungleichalte Mischbestände dienen der Nachhaltigkeit, verringern das Betriebsrisiko und sind ein Beitrag der privaten Waldbesitzer zum ökologischen Waldbau. Sowohl Douglasie als auch Buche gelten dabei als schattenverträgliche Baumarten. Wird aber der Schirm aus alten Kiefern über der Pflanzung zu lange dicht gehalten, sind insbesondere bei der Douglasie schnell Wuchsstockungen festzustellen. Spätestens dann sollte der Kiefernschirm nachgelichtet werden.

Schäden vermeiden

Für den Praktiker stellt sich dabei die Frage, welches Verfahren zu möglichst geringen Schäden in der Pflanzung führt. In der Bezirksförsterei Bevensen hat sich dabei folgendes Vorgehen bewährt: Schon bei der Ausführung des Voranbaues wird die spätere Nachlichtung berücksichtigt. Je älter und minderwertiger die Kiefer, desto stärker wird der Ausgangsbestand aufgelichtet. Hierdurch wird vermieden, dass minderwertige oder schon längst erntereife Bäume bei der späteren Fällung zu Schäden im Jungwuchs führen.
 
Die Schlagabraumwälle des Vorbereitungshiebes werden mit dem Räumfix möglichst parallel in einem Abstand von gut 20 Metern zueinander angelegt. Ist der Schlagabraum verrottet, verlaufen hier die Gassen durch den Voranbau. Parallel verlaufende, ausreichend breite Gassen, erleichtern bei der Nachlichtung eine den Jungbestand schonende Rückung. Wird der Abstand von 20 Metern nicht wesentlich überschritten, lässt sich zudem fast jeder Baum des ausscheidenden Bestandes mit seiner Krone auf die Gassen fällen.

Bäume auf Gasse gezopft

In der Bezirksförsterei Bevensen führen gut ausgebildete Forstwirte im motormanuellen Verfahren die Nachlichtungen  aus. Die Bäume werden auf der Gasse gezopft, im Jungwuchs entastet und abgelängt. Die Aushaltung in möglichst kurzen, aber trotzdem gewinnbringenden Längen, zum Beispiel als Containerholz, hat sich bewährt.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe  10/2015 auf Seite 62. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…
Auch interessant