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Forst

Die dominante Buche richtig lenken

von , am
22.10.2013

Die Buche ist unsere konkurrenzstärkste Hauptbaumart. Bezirksförster Sebastian Moitje erläutert, wie sich Waldbauern die Fähigkeiten der Baumart zunutze machen können.

Die Rotbuche - im Blätterwald ist sie allen anderen Arten überlegen. © Renner
Ohne unseren menschlichen Einfluss wäre Deutschland nahezu komplett bewaldet. Hauptbaumart in diesem deutschen "Urwald" wäre die Buche (Fagus sylvatica L.), da sie den anderen heimischen Baumarten auf den meisten Standorten überlegen ist.

Wachstum im Schatten

Ihre Konkurrenzstärke besteht vor allem in ihrer hohen Schattentoleranz, ihrem lang anhaltenden Höhenwachstum, ihrer Langlebigkeit, der hohen Intensität ihres Bestandesschattens und ihrer Fähigkeit, auf Standraumerweiterungen bis ins hohe Alter gut reagieren zu können.

Qualitativ hochwertiges Holz kann die Buche nur hervorbringen, wenn sie sich durch ausreichenden Dichtstand entsprechend astreinigen konnte. Als unsere konkurrenzstärkste heimische Baumart kann sie dies nur im Reinbestand tun. Wird als Endbestand ein Buchen-Mischbestand angestrebt, kann dies bei der Begründung nur über spannungsarme Mischungsformen in Trupps, Gruppen oder Horsten gelingen.

Von einer Buchen-Pflanzung auf der Freifläche ist abzuraten, sie sollte stets unter einem Altholzschirm gepflanzt werden. Der volle Lichtgenuss auf der Freifläche bringt qualitativ schlechte, starkastige Bäume hervor. Diese Eigenschaften qualifizieren die Buche für ein ganz spezielles Behandlungsmodell.
Langer Dichtstand

Dabei wird die Buche lange im Dichtstand gehalten, um einen astfreien Schaft zu erhalten. Nach dem Erreichen der gewünschten astfreien Schaftlänge - sie sollte je nach Standort etwa zwischen 6 und 10 m liegen - wird stark zugunsten der qualitativ besten, sogenannten Zukunfts-Bäume, eingegriffen. Durch diese starken Eingriffe können diese Buchen ihre Kronen vergrößern, worauf sie mit gesteigertem sekundärem Dickenzuwachs reagieren. Die anfangs stark geführten Eingriffe sollten von Mal zu Mal schwächer werden. Durch noch längeren Dichtstand besseres Holz erzielen zu wollen, wäre jedoch ein Trugschluss.
Der Rot- bzw. Spitzkern ist die größte Gefahr der Buchenwirtschaft, da er zu einer Entwertung des Holzes führt. Eine Buche normaler Qualität wird in der Güteklasse "B" geführt, eine rotkernige Buche wird, je nach Ausprägung des Rotkerns, von den Holzkäufern in der Güteklasse "C" gekauft. Ein Buchenstamm mit einem Mittendurchmesser von über 50 cm verliert so fast die Hälfte seines Werts.

Der bestimmende Faktor für die Ausprägung eines Rotkerns ist neben dem Durchmesser vor allem das Alter. Bis zu einem Alter von 120 Jahren und einem Durchmesser von 60 bis 70 cm kann die Gefahr eines Rotkerns in der Buche als relativ gering eingeschätzt werden. Ziel ist es also, die Buche in diesem Zeitraum die Zielstärke von 65 cm Durchmesser in Brusthöhe erreichen zu lassen.
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