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Forst

Aus dem Emsland nach Indien

von , am
11.02.2014

Die umfangreichen Kiefernstammholzvorräte nutzen die Waldbesitzer und Förster in der Bezirksförsterei Emsbüren für einen ungewöhnlichen Vermarktungsweg: den Export nach Übersee. Nachfolgend mehr dazu.

Nach der Ernte wird das Holz mit Hilfe eines Skidders an den Waldweg gerückt. © Oberwalleney
Auf dem Gebiet der Bezirksförsterei Emsbüren befinden sich zum Teil vorratsreiche Kiefernaltholzbestände. Sie resultieren aus Überhältern der in der Vergangenheit begründeten Voranbauten und aus gepflegten Altholzvorräten aus dem Sturm von 1972.

Diese lokal vorhandenen Stammholzvorräte bieten verschiedene Möglichkeiten der Holzbereitstellung und Vermarktung. In Emsbüren werden sie den vertraglich eingebundenen Sägewerken bereitgestellt oder über Partner im Rundholzexport vermarktet, vorausgesetzt der Durchmesser der Althölzer überschreitet die Stärken 3a, 3b deutlich (Stärkeklasse 3a bezeichnet einen Mittendurchmesser ohne Rinde von 30 bis 34 cm, 3b von 35 bis 39 cm).
Für das Exportgeschäft, z.B. nach Indien, werden für die Verladung in die am Waldweg bereitgestellten Container Fixlängen beispielsweise von 11,50 m plus 30 cm Zugabe verlangt. Diese müssen die Anforderungen der Güteklassen B/C in frischer und gesunder Qualität erfüllen.

Die Stärkeklassen variieren zwischen 2a (Mittendurchmesser o. Rinde 20 bis 24 cm) und 3b+, wobei es preislich erst ab den Klassen 3a, 3b interessant wird. Je nach den aktuellen Exportmöglichkeiten nach Übersee unterliegen die Holzpreise Schwankungen. Dabei ist entscheidend, ob die Seecontainer reibungslos bereitgestellt werden können und welchen Mietpreis die durchführende Reederei sowie die Spedition verlangen.

Die Länge der Transportwege mit dem Container-LKW ist ein ausschlaggebender Faktor für die Preisbildung. Somit ist auch eine gewisse See- und Hafennähe erforderlich. Wird aber Kiefernstammholz für den Export dauerhaft nachgefragt, regeln sich die Dinge oft von selbst.
Das Holz wird in erster Linie mit Hilfe eines entsprechend dimensionierten Harvesters und eines Skidders zur Holzrückung bereitgestellt.

Die am Waldweg gepolterten Stämme - zuvor vermessen und mit Nummernplättchen versehen - werden nach der Holzabnahme vom Langholzfahrer mit dem Kran in die bereitgestellten Container verladen.

Die Kronenresthölzer werden anschließend mit einem Forwarder an die Wege gerückt und dort später zu Hackschnitzeln verarbeitet. Auch dies ist im Rahmen der Gesamtmaßnahme preislich interessant.

Fazit

Der Export von Kiefernholz ist eine interessante Möglichkeit der Vermarktung, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Diese gilt es jedoch immer wieder zu hinterfragen und die Chancen zu nutzen, denn auch dabei ergeben sich häufig Verhandlungsspielräume.
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