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Forst

Ernte im "Generationenhaus"

von , am
28.08.2014

Welche Verfahren eignen sich, um Kiefer-Überhälter im Flachland so zu ernten, dass der jüngere Bestand geschont und zugleich wirtschaftlich gearbeitet wird? Bezirksförster Jürgen Raude zeigt dazu Lösungen auf.

Ein 15-jähriger Douglasien- und Küstentannenbestand mit 65-jährigem Kiefern-Birken-Überhalt. © Raude

Wer kennt sie nicht, die vielversprechenden Waldbilder, bei denen zwei Waldgenerationen auf einer Fläche um die Gunst von Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren? Aus der einen Generation will erst noch was werden, die andere Generation ist in der Regel ausgereift und wird nun sukzessive geerntet. Man könnte es durchaus mit einem Mehrgenerationenhaus vergleichen. Auch hier haben Parameter wie Fürsorge, Erziehung, gegenseitiger Nutzen eine wichtige Bedeutung, um das gemeinsame Leben zu gewährleisten.

Wirtschaftlicher Vorteil


Diese vielversprechende Ausgangslage mit einem hohen betriebswirtschaftlichen Potenzial und der Zielsetzung, der Schonung und Förderung der jungen Waldgeneration bei gleichzeitiger sukzessiver Nutzung der älteren Generation, bedarf im Vorfeld der Holzernte einer genauen objektbezogen Planung.

Im niedersächsischen Flachland sind in den letzten Jahrzehnten Waldbestände herangewachsen, in denen sich diese obige Situation wie folgt darstellt: Eine geschlossene jüngere Generation aus Ndh/Ndh-Lbh/Lbh zirka 10- bis 40-jährig, kombiniert mit einer älteren Kiefern-Generation (50-100 jährig) mit lichter bis räumdiger Schirmstellung. Im Kasten unten wird die Holzernte dieser Bestände an drei Beispielen aus der Bezirksförsterei Kirchlinteln erläutert.

Fazit

Die Holzernte in diesen zweischichtigen Beständen ist waldbaulich notwendig und betriebswirtschaftlich für den Waldbesitzer eine gewinnbringende Maßnahme. Das Holzernte-Verfahren ist auf die Situation des jeweiligen Bestandes abzustimmen - es ist somit ein objektbezogenes Verfahren.

Bei der Durchführung ist der Einsatz von qualifizierten und erfahrenen Forstfachkräften ein wichtiger und zielführender Aspekt. Ihr zuständiger Bezirksförster steht Ihnen bei der Thematik gern mit Rat und Tat zur Seite.
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