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Forst

Erst Streifen fräsen, dann pflanzen

von , am
04.09.2013

Forstpflanzen lassen sich nur schwer auf Grünlandflächen einbringen. Förster Erich Delfs von der LWK-Bezirksförsterei Thüle im Forstamt Weser-Ems empfiehlt, vor der eigentlichen Pflanzung eine Streifenfräse einzusetzen.

Parallel angelegte Frässtreifen erleichtern auf Grünlandflächen eine maschinelle Pflanzung. © Delfs
Die Streifenfräse ist ein Anbaugerät für den Schlepper. Sie durchwühlt mit drehenden rechtwinkligen Messern den Boden ca. 35 cm breit und ca. 30 cm tief. Der Antrieb läuft über die Zapfwelle eines Schleppers. Das Bodenbearbeitungsgerät  wird bei Erstaufforstungen auf Grünland eingesetzt. Die Grasnarbe wird sehr fein zerkleinert und mit dem Oberboden vermischt. Es entsteht ein gut durchlüftetes und gelockertes Pflanzbeet. Anschließend können mit einer Pflanzmaschine die Forstpflanzen in die vorbereiteten Streifen eingebracht werden. Das Pflanzgut kann tief genug gepflanzt und gut angedrückt werden. Als Pflanzmaterial wird meistens verschulte Ware in der Größe von 50 bis 80 cm genommen. Die Forstpflanzen kommen in gleichmäßigen Abständen in den gemischten und zerkleinerten Boden. Das Pflanzschar hinterlässt eine kleine Rille. Die Vertiefung sorgt für eine gute Wasserversorgung nach einem Regenschauer.

Parallele Pflanzstreifen

Ganz nebenbei wird auch die Pflanzmaschinenarbeit erleichtert. Die Pflanzstreifen sind vorgegeben und das Pflanzschar durchfährt ohne Hindernisse den lockeren Boden. Der Schlepperfahrer muss mit der Anbaufräse für einen parallelen Verlauf der Streifen sorgen. Dies macht er mit Hilfe von Fluchtstangen oder mit Hilfe einer Stange, die quer zur Fahrtrichtung an die Fräse angebracht wird. Eine herunterhängende Stahlkette ist entsprechend dem vorgebenen Reihenabstand eingestellt. Der Fahrer lässt jetzt nur noch die Kette in dem letzten Frässtreifen laufen und der parallele Abstand ist gewährleistet. Das gut gelockerte und durchlüftete Pflanzbeet sorgt für eine hohe Anwuchsquote. Die erhöhte Regenwasseraufnahmefähigkeit und der geringe Konkurrenzbewuchs an den Forstpflanzen erlauben auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen bessere Anwuchserfolge als vergleichbare Pflanzungen ohne Frässtreifen. Das Anwendungsgebiet ist beschränkt auf Grünlandflächen. Fast unverzichtbar ist der Einsatz auf stark verbinsten Flächen. Ohne den Einsatz der Streifenfräse wäre eine maschinelle Pflanzung fast unmöglich.

Kaum Mehrkosten

Die Kosten belaufen sich auf 300 bis 350 Euro pro Hektar (inklusive Mehrwertsteuer).
Das sind bei einer Laubholzkultur rund sechs Cent pro Pflanze Mehrkosten für den Frässtreifen. Da aber die Pflanzmaschinenarbeit durch die Frässtreifen erleichtert wird, kann um eine Verringerung der Pflanzkosten von zwei bis vier Cent pro Pflanze verhandelt werden.
Fazit

Bei einer Erstaufforstung auf Grünland ist der Einsatz einer Streifenfräse von großem Vorteil. Die Pflanzmaschinenarbeit wird erleichtert, der Anwuchserfolg ist höher und die geringen Mehrkosten sind tragbar.
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