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Forst

Forstseilwinden: Der verlängerte Arm des Waldarbeiters

von , am
26.11.2014

Wer Rückearbeit leisten muss, ist mit einer Forstseilwinde als im Bedarfsfall angehängte Dreipunkt-Anbauversion gut beraten. Wir geben Tipps für das Modell, das genau zu Ihnen passt.

Seilwinden können je nach Bedarf mit einer oder zwei Trommeln (l.) ausgestattet sein. Die Doppelwinden verfügen jeweils über eine eigene Kupplung und Bremse und arbeiten unabhängig voneinander. Das ermöglicht das gleichzeitige Aufziehen unterschiedlicher Seiltypen (z.B. Kunststoff und Stahl). © Pfanzelt
 
Forstseilwinden sind für die Rückearbeit immer dann unverzichtbar, wenn das Gelände oder die Entfernung zum Hiebsplatz die Arbeit mit einem Forstkran unmöglich macht oder der Bodenschutz ein Befahren verbietet. Zudem erfordern bodenschonende, weite Rückegassen-Abstände mehr Vorseilarbeit.

Wie viel Leistung ist gefordert?

Das Prinzip ist einfach: Ein Rückeschild lässt sich absenken, verkeilt sich im Boden und sichert die für die Zugarbeit erforderliche Standfestigkeit. Zwischen ihm und dem Schlepper ist eine Winde mit ein oder zwei Trommeln montiert. Mit den dort aufgespulten Stahl- oder Kunststoffseilen lassen sich die Stämme aus dem Wald ziehen.

Als erstes stellt sich die Frage, welche Art Schlepper mit wie viel Motorleistung zur Verfügung steht. Forstseilwinden erhalten ihren Antrieb ganz überwiegend über eine Gelenkwelle und fordern unterschiedlich viel Leistung: Bei kleineren Winden beginnt die bei 15 kW (20 PS) und kann bei großen Doppelseilwinden durchaus 120 kW (163 PS) betragen.

Hier ist zu überlegen, ob die Winde nur am Heck des Schleppers angebaut wird, oder ob auch ein Frontanbau sinnvoll sein kann. Wegen der anderen Drehrichtung muss dann ein zweiter Zapfenstummel an der Winde vorhanden sein. Auch die Umdrehungszahl der Zapfwelle von 540, 750 oder 1.000 U/min muss mit der Winde zusammenpassen, da hieraus die tatsächlichen Seilgeschwindigkeiten resultieren.

Hinzu kommt ein möglicher Versatz: Oftmals ist der Bauraum zwischen Schlepperzapfwelle und der Eingangswelle der Winde recht eng. Ist bei Doppelseilwinden der Antrieb stets in der Mitte, so kann er bei Eintrommelwinden stark seitlich und in der Höhe versetzt sein. In diesem Fall ist es möglich, dass die Gelenkwelle zu stark gebeugt wird. Dies kann zu erheblichen Belastungen des Antriebsstrangs führen und einen Betrieb unter Einsatzbedingungen unmöglich machen. Es ist daher wichtig, diesen Versatz vor dem Kauf zu berücksichtigen, da er von Schlepper zu Schlepper sehr unterschiedlich sein kann. Einige Hersteller bieten Winden mit besonders breiter Trommel und einem Versatzgetriebe an, was das Problem vielfach löst. 
 
Den gesamten Text finden Sie in der aktuellen LAND & Forst Ausgabe 48.
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