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Forstwissenschaftler erheben ihre Stimme

am Mittwoch, 25.09.2019 - 09:46

Das Bäumesterben im Wald wird in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Jetzt beziehen namhafte Wissenschaftler Stellung.

Die Betroffenheit der Waldbesitzer in Niedersachsen über die verheerenden Waldschäden ist groß und mit ihnen macht sich eine breite Öffentlichkeit Sorgen um die Zukunft der Wälder. Jetzt haben sich rund 80 Forstwissenschaftler in die Diskussion eingeschaltet.

In einem gemeinsamen Appell fordern die bundesweit an Hochschulen und Forschungseinrichtungen beschäftigten Experten die Politik dazu auf, sich für drastische Maßnahmen zum Klimaschutz einzusetzen. „Die Versäumnisse der Vergangenheit werden noch Jahrzehnte nachwirken“, mahnen die Experten in einem Positionspapier, das der Deutsche Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) veröffentlicht hat.

Zu den Unterzeichnern zählen auch zahlreiche Forscher niedersächsischer Institute, wie der Nordwestdeutschen Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen, der Universität Göttingen und der Fachhochschule HAWK, Göttingen.

Die Erfordernisse

  • Um die Kalamitäten zu bewältigen und die Wälder an den fortschreitenden Klimawandel anzupassen, sehen die Wissenschaftler gemeinsame Anstrengungen von Waldeigentümern und allen am Wald interessierten Gruppen als unerlässlich.
  • Für unbedingt notwendig halten sie auch eine breite sachliche Diskussion über die verschiedenen Optionen bei der Anpassung des Waldes an den Klimawandel.

Mit Sorge registrieren die Experten jedoch das teilweise Abgleiten in polemische Auseinandersetzungen. Demgegenüber haben sie mit ihrem Positionspapier nun Fakten gesetzt und ein ganzes Maßnahmenbündel an Handlungsempfehlung aufgelistet.

Empfehlung: Wald umbauen

Wildverbiss

Die zentralen Punkte ihrer Empfehlungen setzen das aktive Handeln der Waldbesitzenden voraus: Der Umbau der Wälder hin zu besser an das künftige Klima angepassten Beständen müsse intensiviert werden, um die vorhandenen Wälder zu stabilisieren und die Risiken zu begrenzen. Neben Pflanzung oder Saat sollte dabei auch die standortgerechte Naturverjüngung einbezogen werden, inklusive sich eventuell ansamender Pionierbaumarten, empfehlen die Wissenschaftler.

Waldforschung stärken

Weil Waldbesitzer und Förster nicht mehr ohne weiteres auf den Erkenntnissen und Erfahrungen der Vergangenheit aufbauen und ihr Handeln für die Zukunft daraus ableiten können, ist jetzt Forschungsarbeit gefragt, die in der Lage ist, neue Antworten zu geben. Die Stärkung der Forstwissenschaft und des wissenschaftlichen Nachwuchses ist deshalb eine weitere dringende Empfehlung.

Das gesamte Positionspapier des Deutschen Verbandes Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) finden Sie im Anhang.

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