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Waldschutz

Borkenkäfer: Das Gefüge von Angriff und Abwehr

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Heidrun Mitze, LAND & Forst
am
14.03.2019

Diese Fakten sollten Waldbesitzer über die Biologie von Borkenkäfer und Baum wissen, um erfolgreich handeln zu können.

Borkenkaefer
  • Zuerst fliegen die am Stamm überwinternden Käfer aus (schnellere Erwärmung), dann folgt der Ausflug aus der Bodenstreu (deutlich größerer Käferanteil).
  • Die Käferart Buchdrucker ist wärmeliebend, weshalb die Tiere nach dem Schlupf zuerst gesunde Bestandsränder anfliegen. Deshalb Kontrollen zuerst an südexponierten Hängen und Bestandesrändern sowie an den Randbereichen vorjähriger Befallsorte.
  • Wichtigste Abwehrreaktion der Fichten ist Harzfluss. Bei geschwächten Fichten kann der Harzfluss ausbleiben.
  • Erster Angriffspunkt der Käfer sind die unteren Kronenansätze; hier muss zuerst kontrolliert werden.
  • Einzelne Käfer, die es schaffen, sich einzubohren, produzieren Lockstoffe für ihre Artgenossen, um durch einen Massenangriff die Abwehr des Baumes zu überwinden.
  • Die Käferart Kupferstecher befällt gezielt geschwächte Bäume, die sie am Geruch erkennt. Bei Massenbefall werden später auch vitale Bäume besiedelt.
  • Die Rindenbrüter Buchdrucker und Kupferstecher befördern bei der Brutanlage braunes Bohrmehl auf die Rinde – ein wichtiges Symptom.
  • Der Zeitpunkt des Käferausflugs ist unter anderem temperatur-, temperatursummen- und tageslängenabhängig. Das ist in Normaljahren Mitte/Ende April der Fall. In diesem Jahr muss – in Abhängigkeit vom weiteren Witterungsverlauf – bereits im März mit dem Ausflug gerechnet werden.

 

Dem Borkenkäfer auf der Spur

1-Borkenkäferbefall
Kaeferfunde-Spechtabschlaege
borkenkaefer-Stehendbefall-Harzfluss
Borkenkaefer-braunes-Bohrmehl
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