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Forst

Holz in fachkundigen Händen

von , am
01.07.2014

Änderungen in den Bestimmungen der EU für die Förderung der forstlichen Zusammenschlüsse führten im Jahre 2011 zu einer Umstrukturierung der Rohholzvermarktung.

Vermarktung und Verkauf des Holzes aus dem Privatwald übernehmen im Weser-Ems-Gebiet genossenschaftliche Vermarktungsorganisationen. © Ziebell

Ab sofort durfte von der Landwirtschaftskammer kein Holz mehr verkauft werden. Im Gebiet Weser-Ems gründeten sich daraufhin eigenständige Holzvermarktungsorganisationen. Mit der Neuorganisation entstand im Bereich Emsland Osnabrück und Grafschaft Bentheim die Nord-West Holz e.G. mit Sitz in Bissendorf. Im Bereich Oldenburg ist die Oldenburger Holzvermarktung (OHV) in Schneiderkrug die größte Vermarktungsorganisation. Das zu vermarktende Holz wird über die Bezirksförsterinnen und Bezirksförster des Landwirtschaftskammer Forstamtes Weser-Ems mit Sitz in Osnabrück bereitgestellt.

Nord-West Holz


Im Bereich der Nord-West Holz (NWH) wird das Holz von rund 10.000 Privatwaldbesitzern mit einer Gesamtwaldfläche von ca. 70.000 ha Wald vermarktet. Organisiert sind diese Waldbesitzer in zahlreichen Waldschutzgenossenschaften oder Forstbetriebsgemeinschaften, die wiederum unter dem Dach von sieben größeren "Ober"-Forstbetriebsgemeinschaften wirtschaften.

Aufgabe der NWH ist es, das in der Region produzierte Rohholz zentral im Kommissionsgeschäft zu vermarkten. Neben dem Holz von Fichte, Kiefer und Buche werden auch Eiche, Lärche sowie Edellaubhölzer aus heimischen Beständen verkauft. Die zu vermarktende Rohholzmenge liegt bei ca. 250.000 Festmeternn (m³) jährlich. Die Hauptsortimente befinden sich im Bereich Stammholz, Abschnitte, sowie Industrieholz. Aufgrund steigender Energiekosten ist insbesondere im Sortiment Brennholz/Energieholz ein deutlicher Zuwachs in den vergangenen Jahren zu verzeichnen.
Geschäftsführer der NWH ist Klaus Burke; seine Hauptaufgabe: die Vermarktung des Holzes. Angestellte Bürokräfte erstellen die Kaufverträge und wickeln den Zahlungsverkehr ab.

Die Oldenburger

Die Forstbetriebsgemeinschaften Oldenburg-Süd und Oldenburg-Nord haben sich im Bereich Oldenburg zur "OHV Oldenburger Holzvermarktung eG" mit  Sitz in Schneiderkrug (Landkreis Cloppenburg) zusammengeschlossen. Mitglieder dieser Genossenschaft sind die Forstbetriebsgemeinschaften mit insgesamt rund 20.000 ha Wald. Die professionelle Holzvermarktung wird seit dem 1. November 2011 durch den Geschäftsführer und eine kaufmännische Angestellte ausgeübt. Die OHV betreibt einen Eigenhandel, d.h. sie kauft das Holz direkt vom Waldeigentümer und verkauft es an Sägewerke oder Händler. Die OHV schließt Holzverträge mit der Holzindustrie, Sägewerken oder dem Holzhandel nur für kleinere Holzmengen ab. Größere Mengen werden generell zusammengefasst und nach einer Preiseinholung dem Handel bzw. der Holzindustrie angeboten. Der Geschäftsführer der OHV übernimmt das volle Geschäftsrisiko beim Weiterverkauf und für die Erfüllung der Vorverträge mit diversen Holzhändlern.

Zu den Aufgaben der beiden beschriebenen Genossenschaften zählen insbesondere:
  • Akquise (Kundengewinnung durch persönliche Verkaufsgespräche, Kundenpflege)
  • Verkaufsverhandlungen im Auftrag der Mitglieder
  • Vermarktung des durch die Mitglieder angebotenen Holzes
  • Abschluss und Abwicklung von Holzverkaufsverträgen
  • Regelmäßiger Informationsaustausch zwischen Vermarktungsorganisation und den angeschlossenen Mitgliedern
  • Preisinformation.

Die von der NWH und der OHV in Verträgen mit den Holzkäufern vereinbarten Holzmengen werden durch das LWK-Forstamt Weser-Ems bereitgesellt. Die "Holzkoordinatoren", Johann Dirks für die OHV und Dr. Florian Stockmann für die NWH, koordinieren dabei die fachtechnische Zusammenarbeit zwischen der Vermarktungsorganisation und der Landwirtschaftskammer. Damit die in den Vorverträgen oder Mengenabsprachen vereinbarten Aushaltungskriterien im täglichen Geschäft umgesetzt werden können, sind intensive Absprachen mit den jeweiligen Bezirksförstern vor Ort notwendig.  
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