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Energieerzeugung

Holzenergie verliert an Gewicht

Carsten Brüggemann, LWK Niedersachsen
am
21.07.2016

Die Kriterien Effizienz und Umweltfreundlichkeit von Biobrennstoffen sind offenbar auf einem guten Weg; nicht so rosig steht es um die Rentabilität.

Das ist das Ergebnis des jährlichen Austausches der Berater für Biobrennstoffe einiger Bundesländer: Effizienz und Umweltfreundlichkeit von Biobrennstoffen sind offenbar auf einem guten Weg. Bei der Rentabilität sieht das jedoch anders aus.

Geringe Energiepreise und erhöhte Umweltanforderungen haben in der Holzenergiebranche eine Flaute ausgelöst, die bei Kesselherstellern zu Umsatzeinbußen von bis zu 30 % geführt hat. Auch der Gesetzentwurf zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird die Biomassenutzung nach Meinung der Energieberater treffen.

Wärmegewinnung aus Biobrennstoffen verliert an Bedeutung

Weil Biogasanlagen auslaufen und kaum noch große Holzheizkraftwerke gebaut werden, werde die Wärmegewinnung aus Biobrennstoffen (aus KWK-Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung) an Bedeutung verlieren, so die Annahme der Berater – eine Entwicklung, die auch in künftigen Statistiken erkennbar sein werde.

Dabei halten sie es gerade für sinnvoll, frei werdende Holzpotenziale in die dezentrale, umlagefreie Wärmeerzeugung zu lenken: Zum einen in Nah- und Fernwärmesysteme; diese reduzieren die Zahl der Emissionsquellen, sprich die Anzahl von Schornsteinen und lassen sich abgastechnisch mit einem hohen Standard ausrüsten.

Zum anderen erachten sie ein Austauschprogramm für ältere Anlagen (Abwrackprämie) als gute Möglichkeit, moderne, emissionsarme Biomassefeuerungen zu etablieren. Eine derartige Maßnahme könnte wie ein Konjunkturprogramm für die Hersteller wirken, mit dessen Hilfe der Anteil erneuerbarer Energien im Wärmesektor gehalten oder eventuell sogar ausgebaut werden könnte.

Scheitholzkessel: Bestandesschutz nutzen

Im Bereich der Scheitholzwärmenutzung ist aktuell die novellierte 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) maßgeblich für die weitere Entwicklung. Im Zuge der Novelle wurden die Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid (CO) für Holzfeuerungen in zwei Stufen verschärft.

Ab dem 1. Januar 2017 müssen dann auch neue Scheitholzkessel einen Staubgrenzwert von 0,02 g/m³ Rauchgas einhalten (galt bisher nur für automatische Feuerungen für Holzhackschnitzel und Holzpellets). Dieser Umstand setzt weitere Entwicklungen in der Anlagen- bzw. Filtertechnik voraus.

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