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Messereport

Holzenergie: Zwischentief treibt Entwickler an

Carsten Brüggemann, LWK Niedersachsen
am
03.12.2015

Neues zur Holzenergietechnik gab es auf dem BBE-Kongress, den KWF-Thementagen und der Agritechnica. Wichtige Trends in der LAND & Forst Ausgabe 49.

Drei Veranstaltungen der vergangenen Monate spiegeln die Stimmung in der Holzenergiebranche und die neuesten technischen Entwicklungen auf diesem Sektor wider: der Fachkongress des Bundesverbandes Bioenergie (BBE) in Augsburg, die KWF-Thementage in Verden, und die Agritechnica in Hannover. Die Erneuerbare-Ener-gien-Branche und mit ihr der bedeutende Holzenergiesektor befinde sich momentan in einem „Zwischentief“, so wurde es während des alljährlichen Fachkongresses des Bundesverbandes Bioenergie (BBE) in Augsburg formuliert. Für derzeit sinkende Absatzzahlen bei den Herstellern von Holzfeuerungen sind zum einen die aktuell geringen Energiepreise und zum anderen höhere Emissionsanforderungen durch die novellierte Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) verantwortlich.Von den schärferen Staubgrenzwerten sind bisher nur automatische Holzhackschnitzel- und Holzpelletfeuerungen betroffen, die neu installiert werden. Bestehende Anlagen genießen häufig noch einige Jahre Bestandsschutz. Wer mit dem Gedanken spielt, eine Scheitholzfeuerung zu errichten, sollte die Anlage noch vor dem 31.12.2016 in Betrieb nehmen. Danach müssen auch Scheitholzkessel die strengen Grenzwerte der 1.BImSchV einhalten. Nur für vorher errichtete Anlagen gelten Übergangsfristen, die bis zum Jahr 2024 reichen können.

Zubau von Holzheizkraftwerken kommt zum Erliegen

Helmut Lamp, Vorsitzender des BBE, erklärte, dass die Holzenergiebranche zur Zeit das durchmache, was man beim Biogas bereits hinter sich habe. Mit der Änderung des EEG im August vergangenen Jahres sei auch der Zubau von Holzheizkraftwerken zum Erliegen gekommen. Die Energiewende sieht Lamp daher als gescheitert an.

Für Waldbesitzer, die ihre eigenen Brennstoffe nutzen, bieten sich aber immer noch genügend Möglichkeiten, Holzfeuerungen wirtschaftlich zu betreiben. Dies gilt besonders für landwirtschaftliche Betriebe, die meistens auch Platz für die Lagerung größerer Brennstoffmengen haben und über Schlepper und Transportfahrzeuge verfügen. Die Neu- und Weiterentwicklungen, die auf den genannten Veranstaltungen gezeigt wurden, waren davon geprägt, Effizienz und Umweltfreundlichkeit der Holzaufbereitungs- und Heiztechnik zu steigern.

Qualität von Holzhackschnitzeln verbessern

Bei einer während der Agritechnica durchgeführten Tagung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) ging es darum, Hemmnisse beim Einsatz von Holzbrennstoffen nach der Einführung der 2. Stufe der 1. BImSchV zu überwinden. Da schwankende Brennstoffqualitäten einen erheblichen Einfluss auf die Schadstoffemissionen haben, wurden mehrere Projekte angeschoben, um die Qualitäten besonders von Holzhackschnitzeln zu verbessern bzw. diese zu zertifizieren.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 49/2015 ab Seite 53. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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