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Forst

Japanlärche - der ideale Lückenfüller

von , am
06.11.2013

Sie kommt von weit her und passt sich doch den hiesigen Standorten extrem gut an. Die Japanlärche ist ein robuster Pionier, mit besonderen Holzeigenschaften. Wir stellen sie vor.

Sie passen perfekt in die Lücken: ein im Jahr 2010 sturmgeschädigter Fichtenbestand wurde mit Japanlärche und Rotbuche aufgeforstet. © Schild
Die Japanlärche hat ihr Ursprungsgebiet im regenreichen Bergland der japanischen Hauptinsel Hondo. Nach Europa kam die Baumart erst um das Jahr 1900.

Erschließbarer Boden

Standort/Klima:
Eine gute Wasserversorgung  und Erschließbarkeit des Bodens durch die Wurzel ist für die Japanlärche der wichtigste Standortsfaktor. Wenn die Böden mäßig bis gut mit Nährstoffen versorgt sind, vermag sie ansprechende Leistungen zu  erbringen.

Gefährdungen/Krankheiten:
Die Japanlärche ist eine äußerst robuste Baumart. Ihr größter Vorteil  gegenüber der Europäischen Lärche ist ihre Resistenz gegenüber dem Lärchenkrebs. Auf Standorten mit schlechter Wasserversorgung  können die Lärchenminiermotte und der Lärchenborkenkäfer auftreten. Während die Gefahr des Windwurfes für den winterkahlen und meist recht intensiv verwurzelten Baum eher gering ist, führt dauernde Windbelastung in ungeschützter Lage zu Kronendeformationen. Verbiß - und Fegeschäden durch die Schalenwildarten kommen vor, heilen jedoch recht schnell, sodass auch ein Anbau ohne Wildschutzmaßnahmen möglich ist.

Volle Besonnung

Waldbauliches: Die  frostharte Japanlärche ist von Natur aus eine Pionierbaumart, die nur zum Anbau auf voll besonnten Flächen geeignet ist. Sie leistet gute Dienste als schützende  Vorwaldbaumart  und eignet sich hervorragend als "Lückenfüller" für größere Fehlstellen, z.B. durch Windwurf oder Borkenkäfer geschädigte Bestände.

Eine ideale Mischbestandsbegründung gelingt durch die Einbringung von Buche sowie Hainbuche oder Winterlinde - von Beginn an oder erst ab dem Stangenholzalter. Die Mischung von Lärche und Buche sollte gruppen- oder horstweise, für die Japanlärche in einem Pflanzverband von 2,0 x 1,5/2,0 m, vorgenommen werden. Am besten geeignet sind zweijährige Sämlinge bzw. zweijährige verschulte Pflanzen aus geprüftem und ausgewähltem Vermehrungsgut.

Natürlich imprägniert

Wegen ihres raschen Jugendwachstums ist die Japanlärche schnell der Konkurrenz des Krautwuchses entwachsen. Haben die Bäume eine Höhe von 7 bis 10 m erreicht, sollten in einem kräftigen Läuterungseingriff stark vorwüchsige und schlecht geformte Exemplare entnommen werden. Eine spätere Kennzeichnung und Wertastung der Zukunftsbäume kann sich auszahlen. Bis zur Hiebsreife im Alter von 60 bis 80 Jahren kann die Japanlärche Höhen von bis zu 30 m erreichen.

Verwertungsmöglichkeiten: Aufgrund der zahlreichen feinen Harzkanäle besitzt das Holz der Japanlärche eine Art "Naturimprägnierung" und ist sehr witterungsbeständig.

Die rustikale  Holzart ist vielseitig verwendbar, z.B. für den Zaunbau als Pfähle und Stangen, als Konstruktionsholz im Hoch- und Tiefbau, für Rammpfähle, Masten und Schwellen im Wasser-, Erd- und Brückenbau oder für den Innenausbau von Gebäuden und in der Möbelherstellung.
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