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Wald

Klimawandel: Welche Baumarten Waldbesitzer wählen können

Forst-Klimaarten-TU-Dresden
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Heidrun Mitze, LAND & Forst
am
10.05.2019

Welche Baumarten passen zum künftigen Klima, fragen Niedersachsens Waldbesitzer. Wertvolle Antworten liefert die Klimaartenmatrix.

Viele Waldbesitzer möchten ihre Bestände in strukturreiche stabilere Mischwälder umbauen und gleichzeitig müssen in Teilen Niedersachsens Waldflächen wiederaufgeforstet werden, nachdem Stürme und Schädlinge große Schäden angerichtet haben.

Doch wie sollen die Wälder von morgen aussehen? Welche Baumarten halten den vorausgesagten Wetterextremen stand?

Drei Kriterien für das Überleben einer Baumart

Forstbotaniker der TU Dresden haben wertvolle Hilfestellungen dazu in einer kompakten Übersicht zusammengetragen. Als Bedingungen, die das Überleben einer Baumart sichern, legten die Wissenschaftler diese drei Kriterien an:

  1. Standortangepasstheit
  2. Trockenheitstoleranz
  3. Frostresistenz

Klimaartenmatrix für Waldökosysteme

Danach benoteten sie eine Vielzahl von Baumarten für ihre Fähigkeit, Standorte mit unterschiedlicher Wasserversorgung zu besiedeln. Das Kriterium Frostresistenz wurde in der Note berücksichtigt. Vergeben wurden die Noten 1 (für sehr gut geeignet) bis 4 (für ungeeignet).

So entstand eine übersichtliche Tabelle, die sogenannte Klimaartenmatrix (KLAM) für Waldökosysteme. Die Aussagen gelten für tiefere Lagen und Hügelland bis 500 m. Die Matrix können Sie unten herunterladen.

Schlüsse aus der Baumartenbewertung

Wenn die Klimaszenarien sich bewahrheiten, können aus der Baumartenbewertung diese Schlüsse gezogen werden:

  • Waldbesitzer haben weiterhin große Auswahlmöglichkeiten unter den geeigneten Baumarten.
  • Das Anpassungspotenzial von Bäumen an die Witterungsextreme ist deutlich höher als angenommen.
  • Allerdings werden bestimmte Baumarten auf einigen Standorten nicht mehr geeignet sein und auf andere Standorte ausweichen.
  • Andere Arten werden hinzukommen. Elsbeere, Speierling, Spitzahorn und andere Neben- und Mischbaumarten gewinnen an Bedeutung, denn viele von ihnen sind besonders trockenheitstolerant.
  • Die gute Nachricht: Mit dieser teils veränderten Artenzusammensetzung werden die heimischen Waldökosysteme auch in Zukunft Bestand haben.
  • Stabile zukunftsfähige Waldökosysteme können nicht nur durch Neubegründungen entstehen, sondern auch in bestehenden Beständen und zwar durch waldbauliche Maßnahmen.
  • In eine abschließende Bewertung sollten weitere Aspekte einbezogen werden, zum Beispiel Höhenlage, Nährstoffangebot und Krankheitsanfälligkeit.

Mehr zum Thema gibt es in der LAND & Forst 19/19.

Klimaartenmatrix der TU Dresden zum Download

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