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Forst

Wie kommt denn das Holz in den PC?

von , am
14.05.2013

Die Holzvermessung erfolgt heutzutage oft durch EDV-gestützte Verfahren. Förster Andreas Ludewig von der Bezirksförsterei Schaumburg stellt sie vor und schildert ihre Einsatzgebiete.

Erste und zweite Gerätegeneration: EG-10 (r.) und Pocket-PC. © Ludewig

Die Holzvermessung mit den früher angewendeten Geräten gilt aus heutiger Sicht als zeitaufwändig und fehleranfällig. Zudem ist sie angesichts der inzwischen zu bewältigenden Holzmengen auch nicht mehr zu leisten. Heute stehen EDV-gestützte Verfahren zur Verfügung; von den herkömmlichen Geräten sind nur noch Bandmaß und Kluppe im Einsatz.

Handlich mobil

Wie bewerkstelligen Kammerförsterin und Kammerförster von heute nun eigentlich die Holzdatenerfassung? Im Bereich des Forstamtes Südniedersachsen werden dafür mobile Holzdatenerfassungsgeräte eingesetzt. So lang wie das Wort für diese Geräte ist, so klein und kompakt sind diese mittlerweile geworden.

Die auf dem Markt zur Verfügung stehende Anzahl von Geräten ist relativ groß und bietet eine Vielzahl von zusätzlichen Funktionen, die das reine Erfassen von Holz zum Teil weit übersteigt. Mit den im Forstamt Südhannover zur Verfügung stehenden Geräten können zum Beispiel die GPS-Signale zur Standortsbestimmung ausgewertet werden. Die erfassten Holzpolter sind mit diesen Koordinaten verknüpfbar und werden vom Käufer für die Holzabfuhr verwendet. Darüber hinaus können Flächen und deren Größe ermittelt werden. Diese Daten finden dann weitere Verwendung bei der Antragstellung und Bearbeitung von waldbaulichen Fördermaßnahmen. Das aktuell eingesetzte Gerät ist ein Pocket-PC mit wasserdichter Hülle, der das Innenleben vor rauer Behandlung und Witterungseinflüssen schützt. Die Eingabe der Daten erfolgt tastaturlos direkt auf dem Bildschirm mit einem Stift oder auch dem schlanken Finger.

Direkt nach der Erfassung sind die wichtigsten Ergebnisse darstellbar. Der Förster kann sich schon vor Ort einen Überblick über Mengen, Sortimentsverteilung usw. verschaffen. Im Büro werden die Holzlisten dann per Datenleitung an ein zentrales Forstwirtschaftsprogramm übertragen. Hier findet die weitere Auswertung und Bearbeitung statt. Letztendlich ist dies dann die Basis, um daraus in der Abrechnungsstelle die Rechnung für den Verkauf des Holzes zu erstellen und an den Käufer zu versenden.

Der nächste Schritt

Und wie sieht die weitere Entwicklung aus? Zurzeit warten wir bereits gespannt auf die erste App, mit der das Erfassungsprogramm auf einem Smartphone installiert werden kann. Die Datenübertragung der Holzlisten wäre dann direkt vor Ort möglich. Die von dem Förster mitzunehmende Anzahl von Geräten ließe sich auf diese Weise weiter verringern.
Wenn Sie das nächste Mal einen Förster dabei beobachten, wie er am Holzpolter steht und ein "Smartphone streichelt", ist es wahrscheinlich schon so weit.
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