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Forst

Der kostbare Rest

von , am
19.02.2014

Wenn der Harvester seine Arbeit getan hat, bleiben Zöpfe und Äste im Wald zurück. Doch die Zeiten, in denen diesem Restholz niemand Beachtung schenkte, sind endgültig vorbei. Heute werden Brennholz-Selbstwerber aktiv.

Brennholz-Selbstwerber haben im Wald verbliebene Zöpfe und Äste aufgearbeitet und als 50-cm-Scheite aufgesetzt. © Mitze

Nach der professionellen Holzernte in Buchen- und Edellaubholzbeständen können die liegengebliebenen Kronen von privaten Brennholzwerbern aufgearbeitet werden. Nach dem Versicherungsrecht sind dies nur solche Personen, die gelegentlich Brennholz für den Eigenbedarf aufarbeiten und in keinem Beschäftigungsverhältnis zum Waldbesitzer stehen. Für diesen Personenkreis besteht kein Schutz gegenüber der gesetzlichen Unfallversicherung.

Die meisten Werber längen das Holz in Meterstücke ab und schneiden es ein. Einige spalten die Hölzer bereits an Ort und Stelle. Denn gespaltenes Holz trocknet besser als Rundlinge. Der klassisch eingesetzte Spalthammer weicht dabei mehr und mehr hydraulischen Spaltern.

Sicherer Stapel

So vorbereitet lässt sich das Brennholz sowohl auf der Holzrückekarre als auch auf dem Brennholzstapel sicher schichten. Damit sie nicht umfallen, werden die Stapel zudem durch eingeschlagene Pfosten seitlich fixiert. Stehende Bäume sollten keinesfalls als Begrenzung für Holzstapel dienen, denn sie könnten Schaden nehmen, selbst wenn sie kräftig wirken. Einige Werber schneiden das Holz im Wald direkt auf Ofenlänge in 25-cm-, 33-cm- oder 50-cm-Scheite ein. Üblich ist es zudem, die Brennholzstapel, teils aufgrund von Platzmangel zuhause, zur Trocknung ein bis zwei Jahre in den Beständen zu belassen - eine Praxis, die ohne Zweifel eine gewisse Diebstahlgefahr in sich birgt. Die Mehrzahl der Selbstwerber holt das Holz jedoch aus dem Wald, um es - per Band- oder Kreissäge eingeschnitten und gespalten - an einem luftigen und vor Regen geschützten Ort ein bis zwei Jahre zum Trocknen zu lagern.

Die gefragteste Holzart der Selbstwerber ist die Buche. Andere Holzarten werden weitgehend verschmäht. Hier ist Überzeugungsarbeit vonnöten - so beispielsweise bei Esche, die annähernd den gleichen Brennwert wie die Buche besitzt und zudem den Vorteil, dass sie nicht stockig wird - oder auch bei Eiche und Hainbuche mit vergleichbaren Brennwerten.

Fazit

Die große Brennholzeuphorie und die damit verbundenen zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten für Waldbesitzer  bergen immer auch ein hohes Sicherheitsrisiko für die teils unerfahrenen Selbstwerber. Waldbesitzer tun deshalb gut daran, diese umfassend über die vielfältigen Gefahren zu informieren und sich einen Nachweis über die Teilnahme an einem qualifizierten Motorsägenkurs vorlegen zu lassen.

Ein sogar KWF-zertifizierter Kursanbieter ist die Mobile Waldarbeitsschule der LWK Niedersachsen. Bei Interesse können Sie sich an den Leiter Axel Hartge wenden, Tel. 05144-6064785, Mobil: 0152 54782244, E-Mail: axel.hartge@lwk-niedersachsen.de 
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