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Forst

Küstentanne - auch beim Wild beliebt

von , am
03.12.2013

Die Küstentanne, Abies grandis, ist eine betriebssichere, leistungsstarke und widerstandsfähige Baumart - außer in der frühen Jugend. Lesen Sie, was ihr Wachstum dann beeinträchtigen kann.

Bestes Pflanzmaterial konnte aus einer Naturverjüngung gewonnen werden. Mit einem Hohlspaten werden die jungen Küstentannen nun an ihrem Bestimmungsort auspflanzt. © Schölkmann
 
Die Große Küstentanne stammt aus dem westlichen Nordamerika, wo sie an der Pazifikküste von Kanada bis Kalifornien verbreitet ist. In der Heimat der Küstentanne ist das Klima durch hohe Niederschläge und eine hohe Luftfeuchtigkeit geprägt. Deshalb ist ihr Anbau im atlantisch beeinflussten Norddeutschland empfehlenswert. Die Ansprüche an die Nährstoffversorgung sind weniger bedeutend, sofern eine ausreichende Bodenfrische und hohe Luftfeuchtigkeit in der Vegetationszeit gewährleistet sind.

Mischungsgeeignet

Sehr arme und saure Böden schließen den Anbau aus. Auf staunassen Standorten neigt sie dazu, ihre sonst starke Pfahlwurzel nicht auszuprägen und flach zu wurzeln. In der Folge erhöht sich Windwurfgefahr.
Als Mischbaumart zum Bepflanzen von Fehlstellen in Buchennaturverjüngungen, aber auch für Voranbauten unter einem Altholzschirm in einer Mischung mit Douglasien und Buchen, ist die Küstentanne gut geeignet. Eine Einzelpflanzung dieser Baumart ist nicht zu empfehlen. Besser sollte sie in Gruppen oder Horsten angebaut werden, mit einer Stückzahl von umgerechnet etwa 3.000 Pflanzen/ha. Um so die optimale Wuchsleistung zu erzielen, ist bei der Pflege der lange Schatten ertragenden Tanne darauf zu achten, dass die vitale Krone rund 1/3 der Baumhöhe ausmacht. Sind die Kronen länger, auch im Einzelstand, kann es zu Kronenaushagerungen und Brüchen kommen.

Zur Vornutzung bietet sich das Schmuckgrün der Küstentanne an. Es sollte aber nur für den Außenbereich bestimmt sein, da sowohl das Grün als auch das Holz der Baumart zu unangenehmen Gerüchen neigt. Wenn das Holz einmal durchgetrocknet ist, verliert sich die Duftmarke. Ohne Imprägnierung eignet es sich allerdings nicht als Bauholz für den Außenbereich.

Frisch gepflanzte Tannen leiden stark unter Verbiss. In Naturverjüngungen hält sich der Verbiss sehr in Grenzen. Das Rehwild fegt und Rotwild schlägt die Bäume besonders gern. In Rotwildgebieten sollte die totasterhaltende Küstentanne nicht geastet werden, denn es hat sich herausgestellt, dass die Baumart im Sommer gern geschält wird, wodurch es zum Absterben kommen könnte. Sollte dennoch geastet werden, benötigen die Bäume einen Einzelschutz.

Aus der Naturverjüngung

Die Bezirksförsterei Dannenbüttel hat im nahegelegenen Stadtforst Gifhorn einen anerkannten, 42-jährigen Saatgutbestand zur Verfügung. So können durch sorgfältiges Werben von der Naturverjüngung mit Hilfe des "Junakschen Hohlspatens" und einer anschließenden Pfropfenpflanzung im August/September die Ausfälle stark minimiert werden. Auf Wurzelschnitt und Stauchungen bei der Pflanzung reagiert die Baumart sehr empfindlich.  
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