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Forst

Licht ins Dickicht der Förderung

von , am
25.02.2013

Waldbesitzer können bei der Bewirtschaftung ihrer Forstflächen staatliche Unterstützung erhalten. Lesen Sie hier, für welche waldbaulichen Ziele und Maßnahmen es Zuschüsse vom Land gibt.

An diesem geförderten Wegebauprojekt waren neun Eigentümer zu beteiligen. Der 3,8 km lange Forstweg entstand als Kombination von Neu- und Ausbau. © Kirschstein

Zunächst einige grundsätzliche Vorbemerkungen. Rechtsgrundlage der forstlichen Förderung ist die "Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen in den Ländern Niedersachsen und Bremen". Dazu kommt eine Vielzahl ergänzender Rechtsvorschriften.

Ein Anspruch auf Förderung besteht vom Grundsatz nicht - Anträge werden nur bewilligt, sofern Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Förderberechtigt sind unter anderem Eigentümer von land- und forstwirtschaftlichen Flächen sowie anerkannte forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse. Diese können einen Förderantrag stellen.

Was ist förderfähig?

Sind die Fördervoraussetzungen gegeben, werden Material und Dienstleistungen bezuschusst. Je nach forstlicher Maßnahme werden diese anteilig (prozentual) oder pauschal (mit einem Festbetrag) gefördert. Eigenleistung wird mit reduzierten Fördersätzen gefördert. Voraussetzung ist die fachgerechte Arbeitsausführung. Mehrwertsteuer ist nicht förderfähig.

Welche forstlichen Maßnahmen sind förderfähig?

Hier wird nur auf Fördermaßnahmen eingegangen, die für den einzelnen Forstbetrieb, bzw. für förderberechtigte Einzelpersonen relevant sind. Für die Förderung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse gelten teilweise andere Grundsätze.

Erstaufforstung

Erstaufforstung bisher landwirtschaftlich genutzter Flächen über Saat oder Pflanzung einschließlich Waldrandgestaltung.
Die Mindestflächengröße beträgt 1,0 Hektar, bei Waldanschluss 0,3 Hektar. Ein genehmigter Erstaufforstungsantrag (untere Waldbehörde) muss vorliegen. Gefördert werden, anteilig oder pauschal, die erforderlichen Teilarbeiten wie Standortuntersuchungen, Bodenbearbeitung, Saatgut- oder Pflanzenbeschaffung (nur zugelassene Herkünfte), Pflanzung und Zaunbau. Nicht förderfähig sind Weihnachtsbaumkulturen, Kurzumtriebsplantagen sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.

Einkommens-verlustprämie

Zusätzlich zur Erstaufforstung kann auch die Einkommensverlustprämie beantragt werden. Diese wird für 15 Jahre als wirtschaftlicher Ausgleich für die landwirtschaftliche Produktionsaufgabe gewährt.

Die jährliche Prämienhöhe richtet sich nach dem Status des Antragstellers sowie nach der Nutzungsart (Grünland, Ackerland) der Aufforstungsfläche. So erhält ein Antragsteller, der mehr als 25 % seiner Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft erzielt, eine höhere Prämie. Sie beträgt bei der Aufforstung von Ackerflächen mit bis zu 35 Bodenpunkten 350 Euro/Jahr/ha. Für jeden zusätzlichen Bodenpunkt erhöht sich die Prämie um acht Euro. Insgesamt darf die Prämie 700 Euro/Jahr/ha nicht übersteigen. Für die Aufforstung von Grünland wird eine Prämie von 350 Euro/Jahr/ha gezahlt. Antragstellern, die unter die oben genannte Einkommensgrenze fallen, wird eine für Acker- und Grünland einheitliche Prämie von 150 Euro/Jahr/ha gewährt.

Umstellung naturnahe Waldbewirtschaftung

Gefördert werden die Wiederaufforstung nach Schadereignissen (Sturm- oder Käferkalamitäten) sowie der Umbau und Voranbau. Den Hauptanteil stellen Umbaumaßnahmen dar. Hier wird die langfristige Überführung von Nadelholz-reinbeständen in Misch- oder Laubholzbestände gefördert. Derzeit muss das Alter der Umbaubestände für Kiefern- und Fichtenbestände mindestens 50 Jahre betragen. Das förderfähige Höchstalter liegt für Kieferbestände bei 120 Jahren und für Fichtenbestände bei 100 Jahren. Teilarbeiten werden analog der Erstaufforstung gefördert.

Nachbesserung

Für ursprünglich geförderte Kulturen aus Saat oder Pflanzung kann in den ersten drei Jahren nach der Aufforstung die Nachbesserung gefördert werden. Die Pflanzenausfälle müssen z.B. durch Frost, Trockenheit oder Überschwemmung entstanden sein. Des Weiteren müssen die  Ausfälle bei mehr als 30 % der Pflanzenzahl oder bei mindestens einem Hektar zusammenhängender Fläche aufgetreten sein. Durch die Nachbesserung darf der geförderte Kulturtyp nicht verändert werden. Ausfälle durch Wildverbiss sind nicht förderfähig.

Bestandespflege

Läuterungsmaßnahmen in Jungbeständen zur Wertsteigerung und Erhöhung der Bestandessicherheit.
Die zu fördernden Bestände dürfen folgende Altersgrenzen nicht überschreiten:

Kiefer: bis 30 Jahre;
andere Nadelhölzer: bis 20 J.;
Laubholz: bis 40 Jahre.

Voraussetzung ist, dass kein verwertbares Derbholz aufgearbeitet wird.

Forstlicher Wegebau

Gefördert wird der Neu- und Ausbau forstwirtschaftlicher Wege. Der Bau muss nach der Richtlinie für den ländlichen Wegebau erfolgen. So sind Wegebreite, Neigung, Graben- und Bankettanlage vorgegeben. Des Weiteren muss der Weg eine ausreichende Waldfläche erschließen. Nicht förderfähig sind die Wegeunterhaltung sowie der Einbau von bituminösen Schwarzdecken.'

Bodenschutzkalkung

Damit sollen neben anderen positiven Wirkungen überwiegend Einträge durch den sauren Regen gepuffert werden. Gefördert wird die Erst- und Wiederholungskalkung (in der Regel nach zehn Jahren) mit zirka 3 t/ha mildwirkenden kohlen- und kieselsauren Kalken.
Grundsätzlich sind Moor- und Kalkstandorte sowie Erstaufforstungsflächen ausgeschlossen. Zudem kann auch in einigen Naturschutzgebieten (z.B. bei Trockenrasengesellschaften) über die Schutzgebietsverordnung die Kalkung ausgeschlossen sein.

Waldschutz

Gefördert werden bestandesbedrohende Maßnahmen zur Vorbeugung oder Bekämpfung von Schadereignissen - hier speziell die Kontrolle und Bekämpfung von Schadinsekten. Des Weiteren sind vorbeugende Brandschutzmaßnahmen förderfähig.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Ein forstlicher Förderantrag kann nur elektronisch über das Forst-Förder-Programm gestellt werden. Hierzu wenden Sie sich an Ihren zuständigen Bezirksförster. Er berät Sie und ist bei der Antragstellung behilflich. Für die Antragsannahme sind die Regionalstellen der forstlichen Förderung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zuständig. Hier sind die ausgedruckten Anträge unterschrieben im Original einzureichen.

Wichtige Zusatzinformationen

Mindestantragssummen, sogenannte Bagatellgrenzen, müssen erreicht werden. Im Sammelantrag über den forstwirtschaftlichen Zusammenschluss können Einzelmaßnahmen  zusammengefasst werden. Somit können auch Kleinflächen bzw. Maßnahmen unter der Bagatellgrenze gefördert werden.
Niemals vor Bewilligung mit der Maßnahme beginnen. Dies führt zum Förderausschluss!
Je nach Fördermaßnahme und Bewilligungssumme ist eine Angebotseinholung erforderlich. Näheres regelt der Wertgrenzenerlass.
Zweckbindungsfristen bedenken! Je nach Fördermaßnahme kann die Zweckbindung einer Fördermaßnahme von 5 bis 15 Jahren betragen. Für diesen Zeitraum muss der Förderzweck erhalten bleiben.
Fazit

Mit Förderung können ökologische und betriebswirtschaftliche Ziele leichter erreicht werden.
Sprechen Sie Ihren zuständigen Bezirksförster an. Hier erhalten Sie Hilfe bei der Antragstellung, Antragseinreichung, Umsetzung (Durchführung vor Ort, Angebotseinholung…) und Abrechnung der Maßnahme.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.lwk-niedersachsen.de.
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