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Forst

Mit Meißelzahn und scharfem Messer

von , am
06.03.2013

Freischneider mit passender Ausstattung eignen sich auch für die Kultur-, Jungwuchs- und Dickungspflege im Wald. Lesen Sie hier wichtige Fakten für den Einsatz der Geräte in der Forstwirtschaft.

Der Einsatz eines Freischneiders mit Kreissägeblatt-Ausstattung erfordert Übung. Hilfreich ist es, sich das Sägeblatt als Ziffernblatt vorzustellen. © Süß

Für den Forsteinsatz eignen sich Freischneider ab einer Leistung von zwei Kilowatt (kW) für die Beseitigung von Gras und Gestrüpp und ab 1,5 kW für Buschwerk, Sträucher und Bäume bis 10 cm Durchmesser.

Vor dem Starten

Jedem Einsatz geht eine Sicherheitsüberprüfung voraus. Sie umfasst folgende Tests:
  • Prüfen der Sicherungsmutter
  • Klangprobe des Sägeblattes
  • Überprüfen der Unwucht
Wie beim Einsatz der Motorsäge ist eine persönliche Schutzausrüstung zu tragen, die auch einen Gesichts- und Gehörschutz einschließt. Es bietet sich der für Motorsägenarbeiten verwendbare Helm an. Da das Drahtvisier aber dennoch keinen ausreichenden Schutz vor herumschleudernden Fremdkörpern bietet, sollte zusätzlich eine Schutzbrille der Kategorie F getragen werden.

Ebenfalls vorgeschrieben ist die Verwendung von Arbeitshandschuhen und Sicherheitsschuhen. Das Tragen einer speziellen Hose ist kein Muss, sie dämpft allerdings den Aufprall aufgewirbelter Teilchen und hält Dornen ab.

Für ermüdungsfreies Arbeiten sind verschiedene Doppelschultergurte auf dem Markt. Richtig eingestellt lässt sich damit das Gewicht gleichmäßig auf beide Schultern verteilen. Das voll getankte Gerät soll sich mit dem Schneidwerkzeug auf Arbeitshöhe so auswiegen dass zwischen Schneidwerkzeug und Boden ein Abstand von rund 30 cm eingehalten wird. Dies erreicht man durch eine entsprechende Ausrichtung der Höhe des Anschlaghakens und die Wahl der Anhängemöglichkeit am Führungsrohr. Griffe und Griffrohr müssen so eingestellt werden, das die Handgelenke während der Arbeit gestreckt sind und der Armbeugewinkel zirka 120 Grad beträgt.

Zum Starten wird der Freischneider auf den Boden gelegt. Das Schneidwerkzeug muss sich frei drehen können, damit in der Halbgasstellung keine Fremdkörper aufgewirbelt werden oder das Schneidwerkzeug unnötig verschlissen wird. Beim Starten kniet man sich neben den Motor und hält diesen mit der linken Hand am Führungsrohr oder auf dem Motorblock am Boden. Mit der rechten Hand wird die Anwurfvorrichtung betätigt.

Je nach Einsatzbereich sind verschiedene Schneidwerkzeuge auf dem Markt erhältlich. Es sollten ausschließlich  genormte und zugelassene Werkzeuge verwendet werden. Schlegelartige, aus mehreren beweglichen Metallteilen (Ketten oder Messern) gestaltete Werkzeuge, bergen ein lebensgefährliches Risiko und dürfen nicht zum Einsatz kommen! Ungeeignet in Forstkulturen sind auch Nylonfadenspulen.

Für den Forsteinsatz haben sich die folgenden Schneidwerkzeuge bewährt:
  • Grasschneideblätter aus Metall für Gras, Kräuter und dünne, leicht verholzte Triebe;
  • Dickichtmesser für Gras, Kräuter und verholzte Triebe bis Fingerstärke (max. 2 cm);
  • Kreissägeblätter (Spitzzahn oder Meißelzahn) für verholzte Triebe, dünne Stämme bis 10 cm Stärke.
Zum Fällen bzw. Beseitigen von Bäumen kommen ausschließlich Kreissägeblätter in Frage. Das Spitzzahnblatt erfordert allerdings einen sehr komplizierten Schärfvorgang. Einfacher zu warten ist das Meißelzahnblatt. Die Funktionsweise ist ähnlich der einer Motorsägenkette. Das Schärfen ist mit einer handelsüblichen Rundfeile (5,5 mm) schnell erledigt.

Sicher von 8 bis 12 "Uhr"
 

Die Anwendung des Kreissägeblattes in der Jungwuchs- bzw. Dickungspflege verlangt allerdings ein gewisses Maß an Erfahrung und Übung. Für den sicheren Einsatz ist es hilfreich, sich das Kreissägeblatt als Ziffernblatt einer Uhr vorzustellen. Im Bereich zwischen zwölf und zwei Uhr besteht, ähnlich wie bei der Motorsägenschienenspitze, Rückschlaggefahr. Mit diesem Bereich des Blattes darf auf keinen Fall geschnitten werden! Zum Schneiden ist der Bereich von acht bis zwölf Uhr am besten geeignet.

Generell ist zu beachten, dass beim Einsatz von Freischneidern ein Sicherheitsabstand von mindestens 15 m zu anderen Personen einzuhalten ist und niemals ohne den angebauten Spritz- bzw. Prellschutz gearbeitet werden darf.
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