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Waldarbeit

Motorsäge : Das können Sie selbst reparieren

Stihl_Motorsäge
Peter Richter
am
13.02.2018

Wer mit der Motorsäge unterwegs ist, kennt das Problem. Die Arbeit muss unterbrochen werden, weil ein Ersatzteil fehlt. Dabei hätte der Austausch nur Minuten gebraucht. Mit folgenden Utensilien sind Sie für Kleinreparaturen vor Ort gut gerüstet.

Kleine Defekte sind bei der Arbeit mit der Motorsäge an der Tagesordnung, selbst wenn die Anwender größte Sorgfalt walten lassen und das Werkzeug täglich, wöchentlich und monatlich warten und prüfen. Wir erläutern, welche Werkzeuge und Ersatzteile Sie für alle Fälle dabei haben sollten und wie Sie kleinere Reparaturen auch im Wald selbst durchführen können.

Sollten allerdings Zweifel kommen, so ist der Gang zum Fachhändler zu empfehlen. Denn Reparaturfehler beeinträchtigen nicht nur die Sicherheit, sondern können auch sehr teuer werden. 

Ersatzteile und Werkzeuge

Diese neun Dinge sollten Sie mit sich führen:

  1. Ersatzkette
  2. Flachfeile
  3. Rundfeile
  4. Zündkerze
  5. Luftfilter
  6. Rückholfeder für das Anwerfseil
  7. Anwerfseil mit Griff
  8. Muttern für die Schiene
  9. Gehäuseschrauben

Das brauchen Sie für die Reparatur:

  • Zündkerzenschlüssel
  • Messlehre
  • Messingdrahtbürste und
  • Feilbock

Die häufigsten Defekte

Zur Startvorrichtung gehören Startseil und Rückholfeder. Beide können beschädigt oder verschlissen sein und sind daher austauschbar.

Sowohl das Anwerfseil, als auch die Rückholfeder können beschädigt werden.

Doch Vorsicht! Die Rückholfeder liegt vorgespannt im Startergehäuse. Bei unvorsichtigem Arbeiten kann sie herausschnellen und Verletzungen verursachen. Daher unbedingt eine Schutzbrille tragen!

 

So gehen Sie vor

Der Aus- und Einbau von Anwerfseil und Rückholfeder ist in den jeweiligen Betriebsanleitungen der Hersteller ausführlich beschrieben. Das Prinzip ist bei allen jedoch das gleiche:

Anwerfseil ersetzen:

  • Die Befestigungsschrauben der Anwerfvorrichtung lösen und abnehmen.
  • Die Seilrolle herausnehmen.
  • Das alte Anwerfseil entfernen, das neue einziehen und mit einem Knoten sichern.
  • Drei Umdrehungen auf die Seilrolle aufwickeln.
  • Die Seilrolle gegen die Rückholfeder montieren, bis sie dort einrastet.
  • Den Seilrollendeckel wieder befestigen. Dabei das Seil durch das Loch im Anwerfgehäuse ziehen und im Anwerfgriff mit einem Doppelknoten sichern.

Rückholfeder ersetzen:

  • Muss die Rückholfeder ausgetauscht werden, so ist zu verfahren wie vorgenannt – nur wird nun statt des Anwerfseiles die Rückholfeder getauscht.
  • Die Rückholfeder leicht ölen.
  • Sollte die Feder versehentlich herausspringen, muss sie von außen nach innen wieder aufgewickelt werden.
  • Zum Spannen das Seil aus der Seilrolle herausnehmen, die Rolle etwa zwei Umdrehungen im Uhrzeigersinn drehen, dann das Seil wieder einhängen.
  • Kontrollieren Sie, ob sich die Seilrolle noch mindestens eine halbe Umdrehung drehen lässt, wenn das Startseil ganz herausgezogen ist.

Sägekette schärfen:
Natürlich gehört diese Arbeit zu den regelmäßigen Aufgaben, die viele Anwender selbst erledigen und wozu sie nicht unbedingt eine Fachwerkstatt aufsuchen. Dennoch klammern wir dieses ganz eigene Kapitel zunächst einmal aus, um ihm in einer späteren Ausgabe im März einen separaten Beitrag zu widmen.

Das lässt sich einstellen

Ölpumpe: Ist die Säge mit einer einstellbaren Ölpumpe versehen, so wird sie meist mit einer mittleren Einstellung geliefert. Je nach Hersteller können folgende Positionen empfohlen sein:

  • 13 bis 15 Zoll-Schiene: minimaler Ölfluss
  • 20 bis 28 Zoll-Schiene: maximaler Ölfluss
  • 16 bis 18-Zoll-Schiene: mittlere Einstellung (kann so erhalten bleiben).

Vergaser anwärmen:
Bei Temperaturen unter plus fünf Grad Celsius besteht die Gefahr der Vergaservereisung. Daher sollte die Warmluft des Zylinders genutzt werden. Bei vielen Sägenmodellen lässt sich die Ansaugluft entsprechend umleiten. Dies wird in der Betriebsanleitung exakt beschrieben. Bei höheren Temperaturen ist jedoch keine vorgewärmte Luft erforderlich; im Gegenteil kann sich sonst der Motor überhitzen.

Vergaser-Korrektur:
Der Vergaser darf nur von einer Fachwerkstatt eingestellt werden. Einige Modelle haben jedoch eine Einstellschraube, die kleine Korrekturen erlaubt. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Kette im Leerlauf mitdreht. Lässt sich das Mitdrehen nicht abstellen, darf die Säge nicht weiterverwendet werden und muss in eine Fachwerkstatt.

Zum Schluss

  • Kleinere Reparaturen, wie das Auswechseln des Starterseils oder der Rückholfeder, können Sägenbesitzer vor Ort selber erledigen. So ist häufig nur ein kurzes Unterbrechen der Arbeit notwendig und das spart Zeit.
  • Weitergehende Reparaturen jedoch sollte grundsätzlich eine anerkannte Fachwerkstatt durchführen.
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