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Holzarbeiten

Wie Sie ihre Motorsäge so richtig scharf machen

Kettensaege-Forstarbeiten-Holzarbeiten
Peter Richter
am
28.03.2018

Ihre Motorsäge sollten Sie regelmäßig schärfen. Mit stumpfer Sägekette kommen Sie nicht weit. Wie Sie die unverzichtbare Arbeit Schritt für Schritt durchführen.

In schönster Regelmäßigkeit wird die Sägekette einer Motorsäge stumpf. Das Gerät arbeitet dann unbefriedigend und es muss nachgeschärft werden – eine ungeliebte, aber unverzichtbare Arbeit.

Nur mit einer scharfen Sägekette lässt sich die Leistung einer Motorsäge optimal nutzen. Zeit zum Schärfen ist, wenn:

  • feines Sägemehl statt grober Späne entsteht;
  • die Sägekette nicht von allein ins Holz zieht;
  • Rauchentwicklung im Schnitt entsteht, obwohl Kettenspannung und Schmierung in Ordnung sind;
  • die Säge rattert und springt.

Basisausstattung für das Schärfen der Sägekette

    Sägeketten können von Hand mit einer Feile oder einer Schleifmaschine, die portabel sein kann, geschärft werden. Das Schleifen kann an folgenden Standorten geschehen:

    • Vor Ort im Wald oder im Fahrzeug (manuell oder mit portabler Schleifmaschine);
    • in der Werkstatt (manuell oder mit Schleifmaschine) oder
    • beim Schärfdienst nach vorhergehendem Versand.

    Folgende Werkzeuge gehören zur Basisausstattung:

    • Die Rundfeile: Benötigt werden Rundfeilen in den Durchmessern 4,0, 4,8, 5,2 und 5,5 mm. Der richtige Durchmesser steht in Abhängigkeit von der Zahnhöhe, die sich aus der Kettenteilung in Zoll ableiten lässt. Auf den richtigen Feilendurchmesser kommt es an: Für die .404"-Kette benötigt man die Rundfeile mit 5,5 mm, für eine "-Kette eine 5,2 mm starke Rundfeile, für eine .325"-Kette eine 4,8 mm starke Feile und für die ¼"-Kette eine 4,0-mm-Feile.
    • Eine Lehre, eine Flachfeile, ein Farbstift, und ein Feilbock. Eine entsprechende Lehre und eine Flachfeile sind wichtig, weil auch der Tiefenbegrenzer angepasst werden muss, ein Farbstift wird benötigt, um den Richtzahn zu markieren.
    • Die Sägeschiene muss für das Schärfen gut befestigt sein. Im Wald bieten sich dafür folgende Möglichkeiten:
    • Einen Feilbock in einen Stubben einschlagen; er ist dann wie ein Schraubstock verwendbar.

    An der Führungsschiene mit dem Schärfen beginnen

      Möglich ist es auch, in geeigneter Höhe in einen schwächeren Baum einen senkrechten Stechschnitt zu setzen. Vorsicht Rückschlaggefahr! Nicht mit der Schienenspitze schneiden! Ein Kombischlüssel zwischen Schiene und Schnitt sichert anschließend die Säge.

      An der herausragenden Führungsschiene kann nun mit dem Schärfen begonnen werden. Wer rittlings auf dem Baumstamm sitzt, kann die Säge mit beiden Schenkeln halten. Werden die Ellbogen auf den Oberschenkeln abgestützt, ist beidhändiges Schärfen möglich.

      Die Wahl des richtigen Winkels ist von hoher Bedeutung. Er liegt zwischen 25 und 35 Grad und richtet sich nach dem zu bearbeitenden Holz. Bei Hartholz oder gefrorenem Holz  liegt der empfohlene Winkel zwischen 25 und 30 Grad.

      Der geringere Winkel sorgt für eine Verringerung der Vibrationen und einen ruhigeren Lauf der Motorsäge. Bei nicht gefrorenem, weicheren Holz kann der Winkel bis auf 35 Grad angehoben werden, was die Schnittleistung erhöht.

      Hilfsmittel nutzen

      Da es viel Routine erfordert, Sägeketten von Hand mit der Rundfeile korrekt zu schleifen, sollten Hilfsmittel in Anspruch genommen werden:

      • Das Schärfgitter lässt sich mit zwei Magneten an der Führungsschiene anbringen und zeigt durch Führungslinien den korrekten Schärfwinkel an.
      • Erhältlich sind auch Feillehren, die für den richtigen Winkel sorgen. Dieses Hilfsmittel wird auf die Kette aufgesetzt und verfügt über zwei Rollen, auf denen die Feile am Schneidezahn entlang gleitet.

      Sägekette der Motorsäge schärfen: Schritt für Schritt

      Motorsaege-Kettensaege-schaerfen
      • Vor Beginn des Schärfens sollte die Kette gereinigt und dann strammer gespannt werden als im Normalbetrieb.
      • Zunächst wird der kürzeste Schneidezahn gesucht, mit der Schieblehre gemessen und farbig markiert. Er dient als Richtzahn, denn Länge und Höhe aller anderen Schneidezähne werden an ihm ausgerichtet.
      • Dann die Führungsschiene in einen Feilbock oder Schraubstock einspannen.
      • Beim Schärfen mit der Maschine die Kette demontieren.
      • Als erstes kommt der Richtzahn: er wird von innen nach außen geschärft. Das Nachmessen zeigt das verbindliche Maß für alle anderen Schneidzähne.
      • Gefeilt wird stets nur im Vorwärtsstrich in einem 90-Grad-Winkel zur Führungsschiene.
      • Einige Hersteller markieren auf dem Schneidglied zum einen den Schärfwinkel, zum anderen, wann ein Austausch notwendig ist. Das ist spätestens der Fall, wenn der längste Teil des Schneidzahns kürzer als vier Millimeter ist.
      • Zunächst werden nur die in einer Richtung liegenden Zähne geschärft. Anschließend wird die Säge gedreht, neu eingespannt und die verbleibenden Zähne geschärft.
      • Beim Feilen immer von innen nach außen arbeiten.
      • Beim Halbmeißelzahn parallel zum Zahndach arbeiten.
      • Beim Vollmeißelzahn soll die Feile zusätzlich in einem Winkel von zehn Grad von unten nach oben geführt werden. Dies ergibt eine stabile Spitze am Übergang von der Haupt- zur Nebenschneide.
      • Die Feile mit beiden Händen führen: Eine Hand umfasst den Griff, die andere hilft beim Führen der Feile. Werden Feile und Unterarm in einer Linie gehalten, lässt sich der Schärfwinkel leichter einhalten.
      • Geschärft wird in der Vorwärtsbewegung, beim Zurückziehen die Feile vom Zahn ab­heben. Die Feile immer wieder einmal drehen, um einseitigen Verschleiß zu verhindern.

      Gleich große Abstände des Tiefenbegrenzers

        Der Tiefenbegrenzer bestimmt, wie tief ein Zahn ins Holz schneiden kann. Daher muss er etwa nach drei- bis fünfmaligem Schärfen bearbeitet werden.

        Um gleich große Tiefenbegrenzerabstände sicherzustellen, sollten beim Nacharbeiten des ersten Tiefenbegrenzers die Feilenstriche mitgezählt und bei allen anderen die gleiche Anzahl gemacht werden.

        Auch hierfür gibt es eine Lehre. Manche lassen sich von Hard auf Soft umstellen. Mit der Stellung Hard kann gefrorenes oder hartes Holz gesägt werden, denn der Schneidezahn dringt nicht so tief ins Holz ein wie in der Soft-Stellung für weiches Holz.

        Tiefenbegrenzerlehre auf Kette legen

        Ist der Abstand zwischen der Zahnspitze und dem Tiefenbegrenzer zu klein, lässt sich nicht genügend Material abtragen und die Schnittleistung nimmt ab. Ist er zu groß, schneidet die Säge zu tief ein, und Vibrationen und die Rückschlaggefahr nehmen zu.

        Die Tiefenbegrenzerlehre wird auf die Kette gelegt. Ragt der Zahn über sie hinaus, wird er mit einer Flachfeile bearbeitet, bis er bündig mit ihr abschließt.

        Kettenspannung auf Normalmaß

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        Tiefenbegrenzer sind häufig abgerundet. Trifft das auf die geschärfte Kette zu, so sollte man die Tiefenbegrenzerlehre soweit zurückziehen, dass zwar die Zahnschaufel geschützt ist, der Tiefenbegrenzer aber abgerundet werden kann und so seine ursprüngliche Form erhält.

        Zum Schluss muss die Kettenspannung wieder auf das für das Sägen übliche Normalmaß eingestellt werden.

        Wie Fehler entstehen

        Fehler entstehen durch falsche Werkzeuge, wie eine zu dünne Feile, den falschen Feilenhalter oder eine falsch abgerichtete Schleifscheibe.

        Falsche Schärfwinkel entstehen durch falsche Feilenführung oder falsch eingestellte Feil– oder Schärfgeräte. 

        Kettenschleifmaschine einsetzen

        Wird viel mit der Motorsäge gearbeitet, kann eine Kettenschleifmaschine lohnend sein. Das Angebot reicht von einfachen Maschinen bis zu Vollautomaten, die Ketten völlig eigenständig schleifen.

        Motorsäge: In zehn Schritten zur scharfen Kette

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