Login
Fördermittel

Niedersachsen: Förderung für starkregengeschädigte Waldwege beantragen

Ueberschwemmung-Flut-Forst-
Dirk Sieverling, LWK Niedersachsen
am
02.11.2017

Im Sommer haben Starkregen in Südniedersachsen große Schäden an Forstwegen angerichtet. Betroffene Waldbesitzer können jetzt Fördermittel beantragen.

In der 30. und 31. Kalenderwoche fielen im Süden Niedersachsens in der Umgebung des Harzes innerhalb von 24 Stunden 70 bis 90 Liter Regen auf den Quadratmeter. Örtlich waren es  nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sogar mehr als 100 Liter.

Grund für das Extremereignis war das Tiefdruckgebiet „Alfred“. Die starken Regenfälle und nachfolgenden Überschwemmungen richteten an vielen forstwirtschaftlichen Wegen starke Schäden an.

Um den Privat- und Körperschaftswald bei deren Beseitigung zu unterstützen, ist durch das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium kurzfristig aus der bestehenden Richtlinie „Förderung Forstwirtschaftlicher Maßnahmen“ die Beantragung der „Grundinstandsetzung forstwirtschaftlicher Wege“ nach Nummer 6.1.2 freigegeben worden.

    Förderung für Grundinstandsetzung forstlicher Wege

    Förderanträge für die Grundinstandsetzung forstlicher Wege in Südniedersachsen können ab sofort gestellt werden. Der Weg muss vor dem Schaden LKW-fähig gewesen sein, und der Schaden muss ein Ausmaß haben, das einen Materialeinsatz von 0,3 bis 1,0 t je Laufmeter Weg erfordert.

    Die Bagatellgrenze für die Antragstellung liegt bei 1.000 €. Geringere Schäden, die durch Pflege oder Instandsetzung beseitigt werden können, sind nicht förderfähig.

    Folgende Punkte sind außerdem zu beachten:

    1. Unter den Fördertatbestand fallen Schäden an forstwirtschaftlichen Wegen, die unmittelbar durch Starkregen, wild abfließendes Wasser, Sturzflut, Hangrutschung und/oder Überschwemmungen im Zeitraum vom 24.07.2017 bis 04.08.2017 entstanden sind.
    2. Die Maßnahme gilt für die Landkreise bzw. kreisfreien Städte: Göttingen, Northeim, Holzminden, Goslar Hildesheim, Wolfenbüttel, Helmstedt, Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg.
    3. Ziel der Maßnahme ist die vollständige Wiederherstellung einer einwandfreien Betriebsfähigkeit und Funktionssicherheit der Wege.
    4. Eine Besichtigung durch die Bewilligungsbehörde muss bis zum 30. November 2017 erfolgt sein. Es wird ein Protokoll mit Bildern von der Besichtigung angefertigt. Die Antragsfrist läuft dann bis zum 30.03.2018.
    5. Den Anträgen sind mindestens drei aussagekräftige Fotos beizufügen, die das Ausmaß der Schäden belegen.
    6. Ein Zweckmäßigkeitsnachweis ist nicht erforderlich, da es sich um einen bereits bestehenden Forstweg handelt, welcher nach Schaden wiederhergestellt werden soll.
    7. Zerstörte Nebenanlagen (z.B. Durchlasse) werden mit gefördert. Erforderliche Anpassungen des Wegeaufbaus und der Nebeneinrichtungen an den jetzt üblichen Standard werden ebenfalls im Rahmen der Grundinstandsetzung vorgenommen.
    8. Dringend erforderliche Sofortmaßnahmen, die bereits durchgeführt wurden, um größere Schäden zu verhindern („Erste-Hilfe-Maßnahmen“), sind nicht förderschädlich. Die dafür entstandenen Ausgaben sind jedoch nicht zuwendungsfähig.

    Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 44/17 ab Seite 58. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

     

    Hagel und Starkregen: Schäden auf den Feldern

    Auch interessant