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Niedersächsische Landesforsten

Niedersachsen: Frost begünstigt Holzernte

Waldarbeiter zersägt Stamm bei Holzernte
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
30.01.2017

Die Hochsaison der Holzernte hat begonnen: Die niedersächsischen Landesforsten wollen in diesem Jahr rund 8,3 Millionen Kubikmeter Holz aus den Wäldern entfernen. Und der Frost ist hilfreich.

Dauereinsatz bei den niedersächsischen Landesforsten: Die Hochsaison der Holzernte hat begonnen für die etwa 500 niedersächsischen Forstwirte. Rund 8,3 Millionen Kubikmeter Holz sollen aus den Niedersachsens Wäldern entfernt werden.

Es werden jüngere Bäume gefällt, die zu dicht beieinander stehen sowie Bäume, die ein bestimmtes Alter und eine festgelegte Größe erreicht haben. Der Sprecher der Landesforsten Stefan Fenner erklärt, es gehe zudem darum, dass einzelne Baumarten nicht in Gebieten dominieren, die für Mischwälder vorgesehen sind.

Frost begünstigt Arbeiten zur Holzernte

Der Frost begünstige dabei die Arbeit der Forstwirte. Weil die Böden gefroren sind, würden die Waldwege nicht mit Schlamm verschmutzt und geschont. Die Erntebereiche sind während der Arbeiten großflächig abgesperrt. "Da gehen Tonnen zu Boden, wenn die Bäume gefällt werden. Für Spaziergänger besteht Lebensgefahr", sagte Fenner.

Die Laubholzernte beginnt bereits im Oktober, wenn das Laub zu Boden fällt und endet im März. Einzelne Arten wie etwa Nadelbäume, werden aber auch im Sommer gefällt. Geerntet wird nur soviel wie auch nachwächst. Nach der Holzernte im März beginnt die Pflanzsaison bis Mai. Dann werden rund 4 Millionen junge Bäume in Niedersachsen gepflanzt, vor allem um die Laubmischwälder weiter auszubauen.

Verkauf der Holzernte auf Holzsubmissionen

Ein Teil der Ernte, vor allem wertvolle Hölzer wie Eiche und Esche, aber auch seltenere Laubbaumarten wie Ahorn, werden auf sogenannten Holzsubmissionen versteigert. Die Bietenden geben dabei ihre Angebote schriftlich ab. Ein Großteil der Holzernte wird an andere Abnehmer verkauft und weiterverarbeitet.

"Die Nachfrage hat im gesamten Gebiet in den vergangenen drei bis vier Jahren eher abgenommen", résumiert Fenner. Das liege unter anderem daran, dass die Winter seit etwa drei Jahren recht mild waren und gleichzeitig die Ölpreise gesunken sind.

Tracking-System gegen Holzdiebstahl

Immer wieder kommt es in Niedersachsen auch zu Holzdiebstahl. Das bedeute einen finanziellen Verlust für die Kunden, sagte Landesforsten-Sprecher Fenner. Aus diesem Grund wurde vor vier Jahren bei den Landesforsten ein Tracking-System eingeführt.

Dabei werden einzelne Holzstapel mit GPS-Sendern ausgestattet, die Alarm schlagen, wenn die Ernte abtransportiert wird. Seitdem hätte sich Zahl der Diebstähle noch einmal deutlich reduziert.

1,2 Mio. Hektar Waldflächen in Niedersachsen

Die Forsten bewirtschaften 330.000 Hektar der insgesamt 1,2 Millionen Hektar großen Waldflächen Niedersachsens. Das macht rund ein Viertel der gesamten Landesfläche aus. In einigen Regionen, etwa in der Heide, im Nordosten und südlich am Harz, liegt die Bewaldung sogar zwischen 30 bis 40 Prozent, sagt der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, Manfred Böhling. Nur Baden-Württemberg und Bayern haben mehr Waldfläche als Niedersachsen.

Seit 1991 werden die Landesforsten nach dem sogenannten Löwe-Programm bewirtschaftet: Monokulturen sollen langfristig verschwinden und durch Mischwälder ersetzt werden, etwa im Harz oder in der Lüneburger Heide. Mischwälder seien naturnäher und ökologisch wertvoller. "Wir arbeiten daran, den Anteil der Kiefer zu verringern, um mehr Diversität zu ermöglichen", erklärt Böhling.

Mit Material von dpa
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