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Forst

Pflanzerfolg mit der Grabenfräse

von , am
04.03.2014

Jungen Forstpflanzen fällt das Anwachsen auf Grünlandflächen nicht leicht, denn sie konkurrieren mit dem Gras um Wasser. Bezirksförster Wilfried Bodtke empfiehlt deshalb, vor der Pflanzung eine Graben-fräse einzusetzen.

Frässtreifen erleichtern die anschließende Pflanzung. © Bodtke
Die Grabenfräse ist ein Anbaugerät für den Schlepper und wird über die Zapfwelle angetrieben. Sie wird eigentlich in der Landwirtschaft für die Abdeckung von Siloplanen mit Muttererde genutzt. Eine rotierende Scheibe mit Schälmessern schleudert die Grasnarbe über die Fläche und hinterlässt 5 bis 10 cm tiefe und ca. 40 cm breite Rinnen. Das Bodenbearbeitungsgerät wird bei Erstaufforstungen auf Grünland eingesetzt. Wichtig ist, dass das Gerät nicht permanent von der Dreipunkthydraulik gehalten wird, sondern frei auf einer höhenverstellbaren Kufe gleitet. Nur so können annähernd gleichmäßig tiefe Streifen entstehen.

Anschließend können die Pflanzen mit dem Hohlspaten, Erdbohrer oder der Pflanzmaschine gesetzt werden. Ein Erdbohrer erleichtert zusätzlich das Aufbrechen harter Pflugsohlen oder sonstiger Verkrustungen. Als Pflanzmaterial dient in der Regel 50 bis 80 cm große, verschulte Ware.

Pflanzarbeit erleichtert

Mit der Anlage der Streifen werden die Abstände zu Nachbarflächen, querverlaufenden Strauchreihen und letztendlich der Reihenverlauf und die Reihenabstände von 2 m festgelegt. Die Festlegung der Reihen erleichtert damit erheblich die nachfolgenden Pflanzarbeiten und Pflegearbeiten. Um einheitliche Reihenabstände zu gewährleisten, muss der Schlepperfahrer für einen parallelen Verlauf der Streifen sorgen. Dies geschieht bei der Anlage der ersten Reihe mit Hilfe von Geländemarkierungen oder Fluchtstangen. Um weitere gleichmäßige Abstände zu bekommen bedient er sich einer Eisenstange mit Stahlkette, die in der vorderen Maulanhängerkupplung des Schleppers befestigt ist. Die Stahlkette bestimmt den vorgegebenen Abstand und wird bei der Rückfahrt durch den vorher angelegten Streifen gezogen.

Die Pflanzarbeiten werden auch erleichtert, weil die stark bewurzelte Grasnarbe, zum Beispiel bei der Hohlspatenpflanzung, nicht durchstochen werden muss. Bei Erdbohrerarbeiten kann die Erde besser an die Pflanze angetreten werden, weil die störende Grasnarbe fehlt.

Das Verfahren hat zudem den Vorteil, dass die Grasnarbe breit auf die Fläche geschleudert und verteilt wird. So liegen keine groben Plaggen auf der Fläche, was eine spätere maschinelle Pflege der Kultur ermöglicht. Auch dafür ist der einheitliche Reihenabstand vorteilhaft.

Pflanzen profitieren

Durch die Beseitigung der Grasnarbe wird der Konkurrenzbewuchs für die Pflanzen geringer. Bei zunehmendem Wachstum des Grases stehen die Pflanzen in einem "Tunnel", in dem sie nicht verdämmungsgefährdet sind, aber vor starker Sonneneinstrahlung geschützt stehen. Das Regenwasser verliert sich nicht in der Grasnarbe, sondern kann - begünstigt durch die Rinnenform - direkt an die Wurzel gelangen. Damit profitieren die Pflanzen im wichtigen ersten Anwuchsjahr von einer besseren Wasserversorgung und haben auch bei ungünstigen trockenen Wetterverhältnissen bessere Anwuchschancen.

Geringe Kosten

Der Zeitbedarf liegt bei rund zwei Stunden je Hektar. Mit Anfahrt entstehen je nach Schleppergröße Kosten von 150 bis 200 Euro je Hektar (inklusive Mehrwertsteuer). Bei Pflanzenzahlen von ca. 6.000 Pflanzen je Hektar  liegen die Mehrkosten dafür bei etwa drei Cent je Pflanze. Da die Pflanzarbeiten durch die Anlage der Streifen erleichtert werden, kann man um eine Verminderung des Pflanzlohnes um einen Cent je Pflanze verhandeln.

Fazit

Bei Grünlandaufforstung ist der Einsatz der Grabenfräse von Vorteil. Die Pflanzarbeiten sind einfacher, der Anwuchserfolg ist größer und eine maschinelle Kulturpflege wird möglich. Die Mehrkosten dafür sind gering und gut angelegt.
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