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Forst

Rohstoff Holz, der vom Acker kommt

von , am
04.06.2014

Sie planen, eine Kurzumtriebsplantage (KUP) anzulegen? Lesen Sie hier, welche Baumarten geeignet sind, in welchem rechtlichen Rahmen Sie sich bewegen und was Sie in Sachen Pflanzenqualität beachten müssen.

Bei der Anlage von Kurzumtriebsplantagen kommen umgebaute Pflanzmaschinen zum Einsatz. © Wald-Agentur

Wenn wir es genau nehmen, befassen wir uns in der heutigen WaldPraxis-Folge nicht mit einem Waldthema. Es geht um die Anlage sogenannter Kurzumtriebsplantagen, kurz KUP, und die sind nach dem Gesetz eine "Feldfrucht". Warum wir es trotzdem tun? Die Anlage von KUP bedeutet Bäume pflanzen, und darauf verstehen sich Waldbauern schließlich am besten.
 
Bei der sogenannten Kurz-umtriebswirtschaft (KUP) kommen schnellwachsende Baumarten zum Einsatz. Das gewonnene Holz kann verschiedenste Verwendung finden. Nachfrager sind neben Papier-, Holzwerkstoff- und Energieunternehmen auch zunehmend die chemische Industrie.

Geeignete Baumarten

Für diese nicht forstwirtschaftliche, sondern landwirtschaftliche Produktionsform sind in erster Linie betriebliche Grenz-ertragsstandorte geeignet, die für eine konventionelle Landwirtschaft weniger brauchbar sind. Ungewöhnlich für landwirtschaftliche Betriebe ist der Zeitraum von 20 bis 25 Jahren, über den derartige Flächen bewirtschaftet werden sollten, um eine optimale Rendite zu erzielen.

Zur Begründung von Kurzumtriebsplantagen werden insbesondere Baumarten genutzt, die sich durch ein sehr schnelles Jugendwachstum, hohe Ertragspotenziale und einen starken Wiederaustrieb aus dem Wurzelstock (Stockausschlag) auszeichnen. Dies sind beispielsweise (Hybrid-)pappeln, Weiden oder auch Robinien. Hybridpappeln sind im Hinblick auf die Nährstoffversorgung vergleichsweise anspruchslos. Entscheidend ist eine gute Wasserversorgung mit Niederschlägen von mindestens 300 mm von April bis September. Ganzjährig staunasse und stark verdichtete Standorte sind eher ungeeignet.

Rechtlicher Rahmen

Nach § 2 des Bundeswaldgesetzes sind Flächen, "auf denen Baumarten mit dem Ziel baldiger Holzentnahme angepflanzt werden und deren Bestände eine Umtriebszeit von nicht länger als 20 Jahren haben", kein Wald im Sinne des Gesetzes. Zudem bleiben diese Flächen nach der Verordnung (EG) 1120/2009 vom 29. Oktober 2009 beihilfefähig und werden nach dem KN-Code 0602 90 41 als "Niederwald mit Kurzumtrieb" geführt.

Kriterium Pflanzenqualität

Die Qualität des Pflanzgutes und die Verwendung bewurzelter oder unbewurzelter Pflanzen haben einen erheblichen Einfluss auf den Kulturerfolg und somit auf zukünftige Erträge und den wirtschaftlichen Erfolg der Plantage. Daher wird empfohlen, Pflanzgut mit „geprüfter Qualität“ über Baumschulen zu beziehen, die sich an die Vorgaben des Forstvermehrungsgutgesetzes und die EU-Richtlinie 1999/105/EG über die Beschaffenheit von Stecklingsmaterial halten.

Bei unbewurzeltem Pflanzgut (Steckling, Steckholz) sollte auf folgende Kriterien geachtet werden:
  • Mindestlänge 20 cm; Mindestdurchmesser 0,8 cm an der dünnsten Stelle
  • gerade gewachsen, verholzt, keine Rindenverletzung, unverzwieselt, nicht ausgetrocknet
  • mindestens 3 gut entwickelte und unbeschädigte Knospen

Grundsätzlich können zwei Produktionsformen mit unterschiedlich langen Umtriebszeiten gewählt werden. Eine kurze Produktionszeit (3 bis 4 Jahre) zur ausschließlichen Produktion von Energieholz (Hackschnitzel) oder eine mittlere bis längere Umtriebszeit (10 bis 15 Jahre). Letztere bietet die Möglichkeit, das erzeugte Holz sowohl energetisch als auch stofflich für die Papier- oder Holzwerkstoffindustrie zu nutzen.

Krümeliges Pflanzbeet

Die Pflanzung erfolgt witterungsabhängig im Zeitraum Mitte März bis Ende Mai. Dabei werden zwischen zirka 10.000 Pflanzen/ha bei kurzer Umtriebszeit und ca. 1.400 Pflanzen/ha bei längerer Umtriebszeit gepflanzt. Voraussetzung ist ein krümeliges Pflanzbeet, ähnlich wie bei der Aussaat von Getreide oder Mais. Auf vormals brach gelegenen Flächen bietet sich der Einsatz eines Totalherbizides im Herbst vor der Pflanzung an.

Kleinere Flächen bis 2 ha können unkompliziert per Hand bepflanzt werden. Auf größeren Flächen können umgebaute Pflanzmaschinen, beispielsweise aus dem Gemüseanbau, zum Einsatz kommen.
Je nach Wahl der Umtriebszeit ist der Pflanzverband dem Produktionsziel (Hackschnitzel oder Hackschnitzel/stoffliche Nutzung) anzupassen. Wird beispielsweise ein Umtrieb von 3 bis 5 Jahren gewählt, erfolgt die Pflanzung in Doppelreihen mit einem Abstand von 0,75 m zwischen den Doppelreihen und ca. 2,0 m zur nächsten Doppelreihe. Eine Pflanzung in Einzelreihen mit einem Abstand von 1,5 bis 2,0 Meter zur nächsten Reihe ist ebenfalls möglich. Innerhalb der Reihen beträgt der Pflanzabstand je nach Gesamtstückzahl etwa 0,4 bis 0,7 m.

Ausblick


In der kommenden Ausgabe geht es noch einmal um das Thema KUP. Wir befassen uns mit weiteren spannenden Aspekten, wie der Kulturpflege, Erntesystemen oder Kosten.
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