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Forst

Schritt für Schritt mehr Lichtraum

von , am
22.05.2013

Seit Mitte der 70er-Jahre werden im Raum Gifhorn Douglasienbestände als Nachbau unter alten Kiefernschirmen begründet. Lesen Sie hier, welche Probleme auftreten und welche Lösungen möglich sind.

Bei Douglasien , die von der Schüttekrankheit befallen wurden, sterben die älteren Nadeln ab. Unter einem dichten Kiefernschirm breitet sich die Krankheit schneller aus. © Hogreve

Die Douglasie reagiert deutlich auf starke und lang anhaltende Beschattung. Die Höhentriebe werden kürzer und das Wurzelwachstum wird zugunsten des Höhenwachstums eingeschränkt.

Stabilität schaffen

Die Erfahrung hat gelehrt, dass dazu die Kiefern nicht zu jung sein dürfen und der Kiefernschirm frühzeitig nachgelichtet werden muss. Ist der Kiefernschirm sehr dicht, breitet sich zudem häufig die sogenannte "Schütte" (ausgelöst durch Befall mit einem pilzlichen Erreger) aus und tötet die älteren Nadeljahrgänge ab. Dies alles führt zu einem starken Zuwachs- und Vitalitätsverlust der Douglasie. Darüber hinaus wachsen die Douglasien in die Kronen des Kiefernschirms ein und die Haupttriebe werden durch das Schlagen der Kiefernäste bei Wind geschädigt. Bei diesen Anzeichen sollte unbedingt gehandelt werden.

Diese Risiken bestehen:

Das eingeschränkte Wurzelwachstum der Douglasien nach langer Beschirmung führt zu einer erhöhten Windwurfgefahr. Eine zu schnelle Räumung des Schirms ist daher nicht zu empfehlen. Der Kiefernschirm sollte über einen längeren Zeitraum abgenutzt werden, damit sich die Douglasie besser an den Freistand anpassen kann.

In der Hauptsaftzeit (Mai, Juni) löst sich die Rinde der Douglasie schon bei leichten Schlägen und bei starkem Forst neigt sie schnell zu Kronenbrüchen. Deshalb sollte zu diesen Zeiten möglichst auf Einschläge in Schirmbeständen verzichtet werden.

Schäden minimieren

Kein Schirmhieb kommt völlig ohne Fällungsschäden aus, Ziel muss es jedoch sein, diese zu minimieren. Hierbei kommt es wesentlich auf die richtig Wahl der Einschlagmethode und die Hiebsvorbereitungen an.

Diese Vorbereitungen und Voraussetzungen schaffen:

Besonders wichtig ist eine gute Feinerschließung. Der in der Heide übliche 20-Meter-Rückegassenabstand eignet sich gut. Bei einer Neuanlage sollte man eine evtl. Hangrichtung des Kiefernschirms beachten.

Für die spätere Hiebsmaßnahme hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die besten Douglasien (Z-Stammauswahl) gekennzeichnet sind. Dies erleichtert den Einschlag und verringert den Schaden am zukünftigen Bestand.

Häufig verfügt der Kiefernschirm noch über große Holzmengen, die Ablagemöglichkeiten an den Rückegassen sind jedoch begrenzt. Dies beschränkt, zusammen mit der Windwurfgefahr in der Douglasie, die Eingriffstärke.

Diese Einschlagverfahren sind geeignet:

Die Wahl des Einschlagverfahrens richtet sich nach der Stärke des Kiefernschirms. Die jungen und die mittelstarken Kiefern mit nicht zu großen Kronen lassen sich gut mit einem mittelstarken Harvester aufarbeiten. Ein Ziehen der Bäume mit Krone durch den Bestand verursacht zumeist größere Schäden und sollte unterbleiben. Im Gassenbereich kann der Baum in der Regel in die Gasse gefällt und dort aufgearbeitet werden.

In starken großkronigen Beständen ist eine manuelle Aufarbeitung meist schonender. Die Aufarbeitung langer Stammholzsortimente gestaltet sich in den engen Beständen schwierig. Jedoch können Dank der längeren Kräne auf modernen Rückezügen auch manuell Kurzholzsortimente aufgearbeitet werden.

Unproblematisch ist der Verbleib kleinerer Teile des Kiefernschirms im Bestand, da dieser von der Douglasie überwachsen wird und später problemlos geerntet werden kann.

Fazit

Die unterschiedlichen Pflegezustände von Schirmbeständen machen es häufig notwendig, die Maßnahmen sehr speziell an die einzelnen Bestände anzupassen.
Aufgrund der Komplexität solcher Hiebsmaßnahmen, sollten Sie in jedem Fall die sachkundige Unterstützung Ihres Bezirksförsters in Anspruch nehmen.
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