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Waldpraxis

Das taugt Eschenholz im Ofen

Aufnahme von Eschenstämmen
© Mühlhausen/landpixel
von am
13.02.2018

Als Brennholz hat die Esche keinen guten Ruf. Warum ist das so? Ist die Zurückhaltung der Holzkunden wirklich angebracht? Förster Dieter Scholz aus dem Forstamt Südniedersachsen geht den Ursachen auf den Grund.

Viele Brennholzkunden nehmen ungern Eschenholz, denn sie sehen dessen Eignung als Brennholz kritisch. Für die Zurückhaltung oder gar Ablehnung gibt es vier wesentliche Gründe, die wir auf ihre Richtigkeit überprüfen wollen.

Richtig oder falsch?

1. Eschenholz lässt sich nicht gut spalten

Diese Behauptung stimmt nur teilweise. Esche gehört zu den langfaserigen Holzarten. Beim Spalten halten die Fasern fester zusammen. Allerdings ist das nur bei angetrocknetem Holz der Fall. Frisches Eschenholz lässt sich dagegen sehr gut spalten. Allgemein gilt: trockenes astiges Holz lässt sich schlechter spalten als feuchtes, schlankes, astfreies Holz. Auch das spricht für die Verwendung von Esche, denn der astige Kronenanteil ist bei dieser Baumart meist deutlich geringer als bei Buche oder Eiche.

2. Eschenholz besitzt eine minderwertige Qualität

Eschenholz-frass-unter-Rinde
© Dieter Scholz

Das glauben vor allem Kunden, die bislang nur Buche als Brennholz verwendet haben. Diese Behauptung ist jedoch falsch und entbehrt jeder Grundlage. Der Heizwert (Brennwert) von Eschenholz liegt bei rund 1.945 (2.100) kWh/Rm und damit auf ähnlich hohem Niveau wie der anderer Harthölzer, wie Buche, Hainbuche oder Eiche. Eschenholz brennt aber nicht nur gut, sondern es macht auch ein schönes Flammenbild und produziert keinen Funkenflug.

3. Es wird wenig Eschenbrennholz angeboten

In der Vergangenheit traf dies zu. Brennholzanbieter hatten die Esche tatsächlich eher selten im Angebot. Doch der Eschenanteil hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte stark erhöht.

Grund ist eine massive Verjüngung von Eschen in solchen Buchenbeständen, die zu schnell zu licht gestellt wurden und so der Esche einen Wuchsvorsprung verschafften (abschätzig früher auch „Vereschung der Bestände“ genannt). Wegen der nun notwendigen Jungdurchforstungen steht dieses Eschenholz dem Holzmarkt jetzt zur Verfügung und dieses Durchforstungsholz eignet sich vorzüglich für Brennholzzwecke.

4. Eschenholz ist häufig mit kleinen Käfern besiedelt

Eschenbastkaefer auf Holzstamm
© Dieter Scholz

Angesichts von Käfern im Holz befürchten viele Kunden, sich den Holzwurm ins Haus zu holen, der anschließend womöglich Dielen oder Möbel „auffrisst“. Das sorgt besonders bei Wiederverkäufern von Brennholz für viel Zurückhaltung. Diese Angst ist jedoch völlig unbegründet.

Der kleine, rund 2,5 bis 3 mm große Eschenbastkäfer, um den es sich hier handelt (es gibt mehrere Arten), gehört zur Familie der Borkenkäfer. Er befällt frisch geschlagene oder aber stehende geschwächte Eschen und legt unter der Rinde ein Gangsystem an, so wie es von den Borkenkäfern an Fichten bekannt ist.

Eschenbastkaefer-frassbild
© Dieter Scholz

Die schlüpfenden Larven fressen in rechtwinkligen Gängen bis die Jungkäfer ausfliegen. Der gesamt Lebenszyklus des Käfers ist auf den Bast, also die innere Rinde, beschränkt und weder Käfer noch Larven fressen sich ins Holz oder gar in verbautes Holz hinein. Genauso verhält es sich auch bei den Hauptborkenkäferarten Buchdrucker oder Kupferstecher, die Fichten befallen.

Leidgeprüfte Baumart

Wenn überhaupt, so ist der Bastkäferbefall also ein optisches Problem. Allenfalls könnte das Bohrmehl der Larven und Käfer etwas Staub verursachen. Ist das Brennholz lange genug gelagert und getrocknet, so kann von dort keine neue Käferinvasion mehr ausgehen. Trockenes Brennholz wird ohnehin nicht neu besiedelt.

Im Forst gelten die Eschenbastkäfer bislang nur als Sekundärschädlinge ohne Bekämpfungsnotwendigkeit. Allerdings könnte sich dies durch ein Überangebot von geschwächten Eschen aufgrund des Eschentriebsterbens und dem ausgeprägtem Schwärmverhalten der Käfer möglicherweise ändern und der Esche weiteren Stress und Schaden zufügen

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